Spielebeurteilung

Team Fortress 2

11.07.2012
Angefangen als Modifikation eines Ego-Shooter hat sich Team Fortress zu einem eigenständigen Spiel entwickelt. Teamorientierte Action und mehrere Spielmodi sowie verschiedene Charakterklassen machen Team Fortress 2 vielschichtig und abwechslungsreich. Reine Erwachsenenunterhaltung.


Team Fortress 2 (kurz TF2) kann auf eine relativ lange Computerspiel-Geschichte zurücksehen: Bereits 1996 erschien mit „Team Fortress“ eine Mod für den Ego-Shooter Quake, der das Spiel um eine mannschaftsorientierte Spielweise im Mehrspielermodus erweiterte. 1999 wurde das erfolgreiche Spielkonzept als Mod für Half-Life übernommen (unter dem Namen Team Fortress Classic). 2007 erschien mit Team Fortress 2 der offizielle Nachfolger dieses/r Mods als eigenständiges Spiel. Die Figuren wie auch die Welt sind allerdings, im Gegensatz zu den Vorgängern, in einem eindeutig comichaften Stil gehalten.

Im Spiel stehen sich zwei Gruppen feindlich gegenüber: BLU (die Bauarbeiter der „Builders League United“) und RED (das Abrissunternehmen „Reliable Excavation Demolition“). Diese Teams müssen auf einer Map gegeneinander antreten und sind dabei mit verschiedenen Situationen (Spielmodi) konfrontiert. Es gibt zahlreiche Maps, wobei eine Karte immer einer Spielvariante zugeteilt ist:

Screenshots

Auf Capture-the-Flag-Maps versuchen beide Teams einen Koffer mit geheimen Informationen aus der gegnerischen Basis zu stehlen und in die eigene zu befördern. Wird der Träger ausgeschaltet, kann der Koffer zurück gebracht werden. In Kontrollpunkt-Missionen müssen ein oder mehrere strategische Punkte besetzt und eine gewisse Zeit verteidigt werden. In der Payload-Variante muss ein Team eine explosiv beladene Lore zu einem Zielpunkt befördern – das gegnerische Team soll sie daran hindern. In einer erweiterten Variante müssen beide Teams ihr Schienenvehikel voranbringen und parallel dazu ihre Gegner behindern. Im fünften Spielmodus Arena steht das Ausschalten des anderen Teams oder das Erobern eines Kontrollpunktes auf engem Raum im Vordergrund. Der multiplayerorientierte Ego- und Taktik-Shooter kann offline wie auch online gespielt werden. Der klare Fokus liegt allerdings auf Gefechten mir realen Gegnern anstatt Bots.

Die Spielenden haben auf jeder Map die Auswahl zwischen neun verschiedenen Charakterklassen: Neben dem klassischen, offensiv ausgerichteten Soldaten existieren unterstützende Klassen wie dem heilenden Sanitäter sowie defensive Figuren, wie dem Bombenleger. Hinzu kommen noch Spezialklassen wie der Spion, der sich als gegnerisches Teammitglied verkleiden und zeitweise unsichtbar machen kann oder der Techniker, der unterstützende oder bewaffnete Maschinerie auf dem Schlachtfeld erstellt. Jede Klasse hat dabei unterschiedliche Stärken und Schwächen, andere Waffen und Fähigkeiten.

In Deutschland wird Team Fortress 2 in einer gewaltgeminderten Version angeboten. Dabei vergehen Gegner in einer kleinen, grünlichen Explosion, wobei im Gegensatz zur ungeschnittenen Variante keine Einschusslöcher, Blut oder abgetrennte Teile der Figuren zu sehen sind. Team Fortress 2 ist seit Juni 2011 kostenlos über die Steam-Plattform verfügbar und bietet den Spielenden die Möglichkeit kosmetische Veränderungen und weitere Gegenstände online durch Micropayment gegen reales Geld zu erwerben. Die meisten Gegenstände können allerdings auch freigespielt werden.

Ähnliches Spiel

Counter-Strike

Weiterführender Link

Free2Play auf dem Vormarsch

Weblink

Offizielle Seite von Team Fortress 2

Pädagogische Beurteilung:

Bei Team Fortress 2 steht, wie der Name schon andeutet, das Teamspiel im Vordergrund. Die zahlreichen taktischen Möglichkeiten der Klassen und Spielmodi ermöglichen unterschiedliche Spielweisen und unterstützen so unterschiedliche Typen von Spielenden. Das umfangreiche und auf unerfahrene Spielende ausgerichtete Tutorial erklärt alles, was man für den Einstieg wissen muss. Das Offline-Training gibt Anfängern wie auch Fortgeschrittenen eine weitere Möglichkeit in die Hand, die Maps kennen zu lernen und sich mit der Steuerung und den verschiedenen Charakterklassen vertraut zu machen. Das Trainer-System unterstützt Spielanfänger und –anfängerinnen effektiv und unkompliziert.

Ähnlich wie Counter-Strike stellt das Spiel hohe Anforderungen an das strategisch-logische Denken sowie die motorische Koordination, Konzentration und Wahrnehmung. Es ist schnell und komplex. Der Fokus liegt dabei klar auf der Auseinandersetzung mit dem gegnerischen Team mittels Waffengewalt. Durch die verschiedenen Spielmodi und Klassen und den damit verbundenen Möglichkeiten und Beschränkungen, rücken allerdings taktische Planung und Teamplay weiter in den Vordergrund als es bei zahlreichen anderen Ego-Shootern der Fall ist. Spielrunden haben meist einen Umfang von 10 bis 15 Minuten, die Möglichkeit Pausen einzulegen ist somit vorhanden und sollten bei längeren Spielnachmittagen oder –abenden auch genutzt werden.

Der comichafte Stil der Figuren und der Umgebung erinnert an Animationsfilme wie „Die Unglaublichen“ und sorgt mit seinem wirrer-Wissenschaftler-Charme für eine unterhaltsame grafische Umsetzung. Nichtsdestotrotz ist Team Fortress 2 ein schneller und taktischer Ego-Shooter, der grade im Zusammenspiel mit Anderen ein hohes Immersionspotenzial besitzt. Auch die Art von Humor in Team Fortress 2, bei der ein explodierter Techniker beispielsweise seinen gelben Bauarbeiterhelm, seine Rohrzange und einen Hamburger zurück lässt, ist auf erwachsene Spielende ausgerichtet.

Die USK hat Team Fortress 2 keine Jugendfreigabe erteilt. Dies ist in Verbindung mit dem Vertriebsweg über die Online-Spieleplattform Steam dahingehend ein Problem, dass das Spiel ohne große Hürden herunter geladen werden kann. Die Zugangsdaten eines Steam Accounts können leicht verfälscht werden und bieten somit keinen ausreichenden Jugendschutz.
Christian Knop
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