Festlegen der Spielzeit


Spiel- und Lernprogramme werden bereits für Kinder im Vorschulalter angeboten. Gerade für diese Altersgruppe sowie für Kinder in den ersten Grundschuljahren empfiehlt es sich, die Spieldauer zeitlich klar vorzugeben. Als Faustregel kann eine Spielzeit von 30 Minuten gelten. Außerdem sollten jüngere Kinder keinesfalls unbeaufsichtigt vor dem Computer spielen.

Mit zunehmendem Alter kann die Spielzeit schrittweise erhöht werden. Ältere Kinder und Jugendliche sollten in die Entscheidung darüber mit einbezogen werden. Ein bewährtes Vorgehen ist, gemeinsam und vorab sinnvolle Vorgaben für die Spieldauer zu vereinbaren.

Zu beachten sind auch die Eigenheiten der jeweiligen Computerspiele. Viele Games können nicht nach Ablauf einer bestimmten Zeitspanne abrupt beendet werden, ohne dass Spielfortschritte verloren gehen. So sind gerade bei zeitaufwendigen Spielen, wie beispielsweise vielen Strategiespielen, längere Spielphasen durchaus normal. Bei Multiplayerspielen, z.B. bei MMORPGs oder im E-Sport , verbringen Spielende ihre Zeit oftmals mit Freunden und/oder Teammitgliedern. Nicht selten verabredet man sich hier verbindlich für eine feste Spielzeit, wobei unentschuldigtes Fehlen, je nach Spielgemeinschaft, negativ sanktioniert werden kann. Die Spielzeit kann in solchen Fällen beispielsweise zeitlich in Form eines Wochenbudgets oder inhaltlich anhand eines bestimmten Spielabschnitts festgelegt werden. Angemessen berücksichtigen lässt sich dieser Umstand aber nur, wenn sich Eltern aktiv mit den Spielen ihrer Kinder auseinandersetzen.

Viele Computerspiele erzeugen zudem eine besondere Dynamik, welche die Spielenden durch das Flow -Erlebnis vor dem Bildschirm fesselt. Dadurch kann es den Spielenden schwer fallen, das Spiel zu einem bestimmten Zeitpunkt abzubrechen. Vorab vereinbarte Regeln können Kindern und Jugendlichen aber helfen, nach und nach die nötige Selbstkompetenz zu erwerben, um das Spiel eigenständig zu beenden.Ziel aller Erziehungsmaßnahmen sollte im Sinne der Förderung von Medienkompetenz schließlich sein, die Heranwachsenden zu einem selbständigen und kompetenten Umgang mit Computerspielen zu befähigen, der ihnen eine gewinnbringende Nutzung ermöglicht, sie vor Schaden bewahrt und ohne die ständige Kontrolle der Eltern auskommt.

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