Onlinespiele


Das Feld der Onlinespiele ist weit gefächert. Zu unterscheiden sind erstens Spiele, welche die Installation einer Spielsoftware von einem Trägermedium voraussetzen, und zweitens Onlinespiele im engeren Sinne, die direkt über einen Internetbrowser verfügbar sind (Browserspiele und Downloads).

Schwierige Bedingungen für den Jugendschutz im Internet

Onlinespiele werden bei Jugendlichen immer beliebter. Laut der letzten JIM Studie spielten 2011 43% der Jugendlichen mindestens einmal in der Woche online Computerspiele. Während es bei Computer- und Konsolenspielen auf Trägermedien (z.B. CD-ROM oder DVDs) eine gesetzliche Verpflichtung zur Alterskennzeichnung durch die USK gibt, existiert eine vergleichbare Pflicht zur gesetzlichen Alterskennzeichnung bei Onlinespielen im engeren Sinne nur bedingt. Browserspiele und Downloads gelten als Telemedien, deren jugendschutzrechtliche Bestimmungen im Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV) geregelt werden. Gekennzeichnet werden müssen sie nur dann, wenn ein ganz oder im Wesentlichen inhaltsgleicher Titel bereits altersgekennzeichnet wurde.

Entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte sind im Internet für Kinder und Jugendliche und auch bei Onlinespielen leicht einsehbar. Zum Spielen von Browserspielen oder zum Download muss nur die einschlägige Website aufgerufen werden oder ein Link, beispielsweise in einem sozialen Netzwerk, angeklickt werden. Auch das immer beliebter werdende Mobile Gaming, das Kindern und Jugendlichen das Spielen jederzeit und überall ermöglicht, bringt weitere Herausforderungen für den Jugendmedienschutz mit sich.

Die Anbieter von Onlineinhalten tragen grundsätzlich Sorge dafür, dass jugendschutzrechtlich bedenkliche Inhalte von Kindern und Jugendlichen nicht wahrgenommen werden können und sind verpflichtet, den jugendmedienschutzrechtlichen Regelungen des JMStV nachzukommen. So dürfen Anbieter entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte nur zu vorgegebenen Sendezeiten veröffentlichen oder den Zugriff erst nach einer Altersüberprüfung durch geeignete technische Mittel freigeben. Doch eine flächendeckende Kontrolle aller Angebote wird erschwert durch die Masse sowie die Vielfalt der Zugänge zu Onlinespielen via Internet.

Jugendschutzprogramme als ein neuer Ansatz?

Eine weitere Möglichkeit, die der JMStV ebenfalls vorsieht, um den Jugendmedienschutz im Bereich der Onlinespiele durchzusetzen, bieten Jugendschutzprogramme. Das sind Softwareprogramme, die von Eltern auf dem PC zu Hause installiert werden und wie ein Filter entwicklungsbeeinträchtigende Inhalte beim Surfen blockieren. Zwei dieser Jugendschutzprogramme, JusProg und ein Programm der Deutschen Telekom, sind von der zuständigen Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) vor kurzem anerkannt worden und können zumindest in der Standardversion bzw. von Telekom-Festnetzkunden kostenlos genutzt werden.

Serie zum Jugendmedienschutz bei Onlinespielen

In dieser Serie informiert spielbar.de über Jugendmedienschutz bei Onlinespielen generell und die Möglichkeiten, die technische Filterprogramme für den Schutz Heranwachsender bieten, aber auch die Risiken und Schwierigkeiten, die mit dem Einsatz solcher Programme verbunden sind. Zu Wort kommen Expertinnen und Experten von Institutionen des deutschen Jugendmedienschutzes, Vertreterinnen und Vertreter der Computerspieleindustrie, aber auch Gamer selbst.

I. Interview mit Verena Weigand (KJM) – Teil 1

II. Interview mit Verena Weigand (KJM) – Teil 2

III. Interview mit Felix Falk (USK) – Was macht die USK?

IV. Interview mit Martin Lorber (Electronic Arts) – Europaweit denken

V. Interview mit Stefan Schellenberg (JusProg e.V.) - Was ist JusProg?

VI. Interview mit Daniel Hajok (AKJM) - Pro und Contra Jugendschutzsoftware

VII. Interview mit Otto Vollmers (FSM) - Was macht die FSM?

VIII. Interview mit Tom Demirel (Oldiefighters) - Was denken Gamer?


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