Instanzen & Regelungen


Die Arbeit der USK

Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) ist in Deutschland für die gesetzliche Altersfreigabe von Computer- und Konsolenspielen zuständig. Eine Freigabe erfolgt entweder ohne Altersbeschränkung, ab 6 Jahren, ab 12 Jahren, ab 16 Jahren, oder die Spiele erhalten das Kennzeichen „keine Jugendfreigabe“. Die Alterskennzeichen geben eine Mindestanforderung aus Sicht des Jugendschutzes wieder. Sie sagen darüber hinaus aber nichts über die Qualität des Inhalts und deren pädagogische Eignung aus. Damit ist beispielsweise ein ab 12 Jahren freigegebener Titel für diese Altersgruppe zwar als grundsätzlich unbedenklich anzusehen. Um eine Empfehlung für diese Altersgruppe handelt es sich hierbei allerdings nicht. Trägt ein Spiel keine Kennzeichnung, ist es automatisch nicht für Minderjährige freigegeben (siehe dazu Alterskennzeichen)

Im Prüfverfahren der USK beschäftigen sich zunächst Spieletester mit den eingereichten Spielen, bevor die Titel einem Prüfgremium vorgelegt werden. Dessen Gutachterinnen und Gutachter sprechen eine Empfehlung für eine Altersfreigabe aus oder verweigern die Kennzeichnung eines Produkts. Letztendlich erteilt wird eine Altersfreigabe vom Ständigen Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden bei der USK. Die Grundsätze des Prüfverfahrens werden vom Beirat der USK festgelegt, in dem verschiedene Organisationen überwiegend aus den Bereichen Jugendschutz, Jugendarbeit und Computerspiele vertreten sind.

Statistisch gesehen wird nur ein Bruchteil der bei der USK eingereichten Programme nicht für Kinder und Jugendliche freigegeben. Von den etwa 2700 Spielen, welche die USK im Jahr 2011 geprüft hat, erhielten mehr als die Hälfte eine Freigabe entweder ohne Altersbeschränkung oder ab sechs Jahren. Deutlich geringer fällt mit gut sechs Prozent die Anzahl der Titel aus, die keine Jugendfreigabe erhielten. Einigen Titeln wird auch ein Alterskennzeichen verweigert, was im Jahr 2011 insgesamt 14 Spiele betraf. In solchen Fällen ist eine Indizierung durch die BPjM wahrscheinlich.

Die Alterskennzeichen der USK sind in Deutschland rechtlich verbindlich, wobei vor allem den Verkäufern der Spiele eine wichtige Rolle beim Vollzug der Regelungen zufällt. Bei der Missachtung der Regelungen, also beispielsweise die Abgabe der Spiele an zu junge Personen, werden Bußgelder verordnet.

Weblink
www.usk.de

Die Arbeit der BPjM

Computer- oder Konsolenspiele, die von der USK keine Jugendfreigabe erhalten, gelten als jugendbeeinträchtigend. Die BPjM kann Computerspiele, welche sie als jugendgefährdend einstuft, indizieren, sofern diese noch kein USK-Kennzeichen erhalten haben.

Eine solche Indizierung hat für die betreffenden Spiele weitreichende Beschränkungen im Vertrieb und bei der Werbung zur Folge. Nicht erlaubt ist der Verkauf an Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus ist auch das Anbieten und Ausstellen der Spiele untersagt, falls die entsprechenden Räume für Minderjährige zugänglich sind. Eine öffentliche Bewerbung dieser Produkte ist ebenso ausgeschlossen. Eine Missachtung der Regelungen hat neben Bußgeldern auch strafrechtliche Konsequenzen.

Ein Indizierungsverfahren bei der BPjM kann auf verschiedene Weise zustande kommen. Es wird zwingend eingeleitet, wenn eine dazu berechtigte Stelle einen entsprechenden Antrag formuliert. Dazu gehören in Deutschland etwa 800 Einrichtungen, in erster Linie Jugendministerien und -ämter. Außerdem können Behörden oder Träger der freien Jugendhilfe ein Indizierungsverfahren anregen, wobei die BPjM in diesem Fall jedoch über die Notwendigkeit der Durchführung bestimmt.

Über eine Indizierung entscheidet ein 12köpfiges Gremium der BPjM, bzw. in besonders eindeutigen Fällen auch ein 3köpfiges Gremium im vereinfachten Verfahren. Dem 12-Gremium gehören unter anderem Vertreter aus den Bereichen Jugendhilfe, Lehrerschaft sowie Kunst und Kultur an. Wird dem Antrag auf Indizierung zugestimmt, wird das entsprechende Medium der Liste der jugendgefährdenden Medien (auch: Index) hinzugefügt.

Einsicht in die Liste der jugendgefährdenden Medien ist nur beschränkt möglich. So wird die Liste der Trägermedien – um mögliche Werbeeffekte zu vermeiden – nicht im Internet veröffentlicht. Der Bezug der Printversion dieser Liste ist jedoch über die BPjM möglich. Der Öffentlichkeit generell nicht zugänglich ist die Liste der jugendgefährdenden Telemedien. Hierzu kann eine Einzelabfrage, etwa zu einem bestimmten Internetangebot, über die BPjM vorgenommen werden.

Weblink
www.bundespruefstelle.de

Vollzug und Kontrolle

Die durch die USK und die BPjM festgelegten Einschränkungen im Vertrieb der Spiele können ihre volle Wirksamkeit für den Jugendschutz nur dann entfalten, wenn sie in der Praxis auch konsequent eingehalten werden. Dies betrifft in erster Linie Abgaberegeln für den Handel. Alle deutschen Anbieter – auch Online-Shops – sind zur Einhaltung verpflichtet, eine Kontrolle erfolgt durch die Ordnungsbehörden. Aber auch Live-Veranstaltungen wie LAN -Partys sind von den Regelungen betroffen. Die Altersbeschränkungen angebotener Spiele gelten für die gesamte Veranstaltung.

Ein grundsätzliches Problem ist das Umgehen der Regelungen durch den internationalen Versandhandel. Computer- und Konsolenspiele, welche in Deutschland nur gegen Altersnachweis oder überhaupt nicht vertrieben werden dürfen, sind unter Umständen über das Ausland ohne Weiteres erhältlich. Ein weiterer Faktor ist das unmittelbare (familiäre) Umfeld der Kinder und Jugendlichen. Die Weitergabe von nicht altersangemessenen Spielen durch nahe Angehörige oder Freunde stellt ebenfalls ein Vollzugsproblem dar.

Weiter ist eine Kontrolle von allen im Internet angebotenen Inhalten nicht zu gewährleisten, weshalb im Bereich der Games insbesondere illegale Downloads und Browserspiele im Widerspruch zu den Zielen des Jugendmedienschutzes stehen können. Kaum zu kontrollieren ist außerdem die Verbreitung von Games als Raubkopien über Online-Tauschbörsen.

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