Geschichte


Die technischen Anfänge der Computerspiele lassen sich bis in die 50er Jahre zurückverfolgen. Handelte es sich anfangs um spielerische Experimente auf Großrechnern an Universitäten, so waren mit Beginn der 70er Jahren die ersten Spiele auch kommerziell erfolgreich. Verbreitung fanden die Spiele zunächst auf Arcade-Automaten in Spielhallen. Zu den berühmtesten Automaten-Titeln zählen „Space Invaders“ (1978) und „Pac-Man“ (1980), die auch heute noch als Browserspiele verfügbar sind. Aber auch für den heimischen Fernseher gab es Angebote: so wurde das Tischtennis-ähnliche „Pong“ (1972) zu einem großen Erfolg. Erste populäre Spielfiguren wie „Donkey Kong“ (1981) entstammen ebenfalls dieser Zeit.

Im Laufe der 80er Jahren erlebten sowohl Spielkonsolen als auch Spielmöglichkeiten für Heim- oder Personal Computer (z.B. Atari ST, Commodore Amiga oder PC) unabhängig voneinander einen Aufstieg, was durch den technologischen Fortschritt begünstigt wurde. Video- und Computerspiele für den Heimgebrauch gewannen gegenüber den Angeboten in Spielhallen damit immer mehr an Bedeutung und fanden weltweit Verbreitung. Viele der heute geläufigen Spielgenres differenzierten sich in dieser Phase aus. Wichtige Meilensteine waren Konsolenspiele wie „Super Mario Bros.“ (1985) oder „The Legend of Zelda“ (1986), von denen bis heute zahlreiche Fortsetzungen produziert wurden.

Kurze Übersicht Geschichte der Computerspiele
Ende der 80er Jahre folgte der Durchbruch der tragbaren Spielkonsolen (Handheld-Konsolen ). Die durchschlagendste Neuerscheinung in diesem Bereich war der Game Boy , an dessen Ruhm das beliebte Spiel „Tetris“ (erstmals 1985) großen Anteil hatte. Die Handheld-Konsolen wurden in den 90er Jahren ständig weiterentwickelt und technisch hochwertiger. Insgesamt wuchs das Angebot an Computerspielen kontinuierlich. Die Spiele wurden vor allen Dingen hinsichtlich Sound und Grafik verbessert. Eine zukunftsweisende Neuerung stellten Ende der 90er Jahre netzwerkfähige Spiele dar, die erstmals eine größere Anzahl von Mitspielenden zuließen. Wegweisende Spieletitel in diesem Jahrzehnt waren „Civilization“ (1991), „Doom“ (1993), „Tomb Raider“ (1996), „Ultima Online“ (1997) und „Counter-Strike“ (1999). Ende der 90er war auch die Geburtsstunde der Handygames. Das Spiel „Snake“ (1997) auf dem Nokia sorgte damals zum ersten Mal für mobile Unterhaltung.

Donkey Kong (1981)
Nach der Jahrtausendwende weitete sich die Popularität von Video- und Computerspielen als Unterhaltungsmedien auf verschiedenste Gruppen der Gesellschaft aus. Computerspiele wurden zunehmend zu einem Massenphänomen von gesellschaftlicher Bedeutung, welches unter kulturellen und ökonomischen Gesichtspunkten diskutiert wird. „Die Sims“ (2000) wird von besonders vielen Spielerinnen gespielt und hat zahlreiche Erweiterungen und Nachfolger erhalten. „EyeToy: Play“ (2003)nutzt eine auf die Spielenden gerichtete Kamera zur Steuerung. Eine besondere Bekanntheit über die Gaming-Szene hinaus erlangt haben außerdem das MMORPG World of Warcraft“ (2004), welches 2010 mit 12 Millionen zahlenden Abonnenten seinen Höchststand erreichte, der Shooter „Call of Duty 4: Modern Warfare“ (2007) sowie „Grand Theft Auto IV“ (2008), welches den Aufstieg eines Kleinkriminellen in einer New York nachempfundenen Großstadt thematisiert. Neben Browserspielen wie „DarkOrbit“ (2006) erlebten Spiele wie „Farmville“ (2009), die als Social Network Game auf Plattformen wie Facebook aufsetzen, eine Blütezeit.

Aufgrund der grafischen Leistungsfähigkeit der Smartphones können zunehmend auch Handyspiele qualitativ mit Spielen für mobile Spielkonsolen mithalten. Spiele-Apps wie Pokémon Go nutzen auch die GPS-Funktion und die Kamera des Smartphones, um die Umgebung in das Spielerlebnis einzubeziehen.

Zunehmend vielfältiger gestaltet sich außerdem die Spielsteuerung. Neben klassischen Eingabegeräten wie Maus, Tastatur und Gamepads ermöglichen Bewegungssensoren und kabellose Controller neue Formen wie Bewegungsspiele.

2009 zeigte außerdem der Überraschungshit „Minecraft“, dass auch Independent-Produktionen die Spiele-Landschaft nachhaltig prägen können. In der Folge führte die Verfügbarkeit von hochentwickelten, oft kostenlosen Spiele-Engines zusammen mit der Etablierung von Plattformen zur Online-Distribution zum Aufstieg der Indie-Spiele. Diese werden oft von sehr kleinen Teams in nur kurzer Zeit produziert und haben spielerisch, gestalterisch und thematisch oftmals experimentellen Charakter, während große Spiele-Publisher vorwiegend auf die Fortsetzung ihrer Erfolgskonzepte setzen.

Bildnachweis

[1]spielbar.de[2]Nintendo