Systeme & Plattformen


Für Spiele eignen sich unterschiedliche technische Plattformen. Ganz im Gegensatz zu den Anfängen der Computerspiele sind Arcade-Automaten in Spielhallen heutzutage nur noch eine Randerscheinung und als Spielplattform nicht mehr von Belang. Wesentlich bedeutender sind seit den 90er Jahren private Computer (vor allem PCs), die in einem Großteil der Haushalte vorhanden sind. Sie sind die in Deutschland verbreitetste Spielplattform und ermöglichen sowohl das Nutzen von Trägermedien wie CD-ROMs, DVDs oder Blue Ray als auch den Zugriff auf herunterladbare Spiele, zusätzliche Inhalte (so genannter „downloadable content“, kurz: DLC genannt) und Browserspiele im Internet. Aufgrund der hohen technischen Anforderungen vieler neuerer Computerspiele (z.B. an die Grafikkarten der Rechner) sind auf dem Markt auch spezielle „Gamer -PCs“ erhältlich, die entsprechend optimiert sind.

Alternativ zum PC bieten sich die Spielkonsolen als Plattform an. Man unterscheidet zwischen stationären Spielkonsolen für den Heimgebrauch und mobilen Spielkonsolen (auch „Handheld-Konsolen “ oder „Portables“) für unterwegs

Stationäre Spielkonsolen

Die Hardware stationärer Konsolen wird speziell für Spielzwecke entwickelt und ist entsprechend leistungsfähig. Auf dem Markt gibt es mehrere, konkurrierende Produkte, die sich einen harten Wettbewerb liefern. Zu den stationären Geräten der neuesten Generation zählen die PlayStation 3 (Sony), die Wii-Konsole (Nintendo) und die Xbox 360 (Microsoft). Als Eingabegeräte dienen typsicherweise Gamepads mit einem Steuerkreuz und verschiedenen Aktionstasten. Seit Erscheinen der der Eye Toy-Kamera für die PlayStation 2 (2003) und den bewegungsempfindlichen Controllern der Nintendo Wii (2006) können Konsolenspiele auch mit Körperbewegungen gesteuert werden. Mit PlayStation Move (Sony) und Kinect (Mircrosoft) für die Xbox 360 kamen 2010 weitere bewegungssensitive Steuerungen auf den Markt. Die Game-Controller werden von den Herstellern fortlaufend weiter entwickelt.
Viele beliebte Spiele werden für mehrere Konsolen sowie für den PC angeboten. Einige Vorzeigespiele aber, so genannte „System-Seller“, werden speziell für eine bestimmte Konsole entwickelt, um deren Verkauf zu fördern. Vieler Gamer schätzen die Onlinefunktion, die in alle aktuellen Konsolen standardmäßig integriert ist.

Mobile Spielkonsolen

Bereits in den 90er Jahren faszinierte der Game Boy eine große Anzahl von Spielenden. Heute ist „Mobiles Spielen“ sogar einer der Haupttrends in der Spielewelt. Als bekannteste Vertreter konkurrieren der Nintendo 3DS und die PlayStation Vita um die Gunst der Gamer. Charakteristisch für den Nintendo 3DS sind zwei kleine Bildschirme, von denen einer die Steuerung per „Touchpen“ ermöglicht sowie das stereoskopische 3D-Display, das ohne 3D-Brille auskommt. Die PlayStation Vita dagegen besteht aus einem relativ breiten Display, flankiert von den Gamepad-typischen Funktionstasten. Ihr besonderes Kennzeichen ist der zusätzliche Steuerungs-Touchscreen auf der Rückseite.
Moderne Handheld-Konsolen sind darüber hinaus in der Lage sich untereinander zu vernetzen beziehungsweise über die mobile Internetanbindung Onlinespiele zu ermöglichen.

Handys, Smartphones, Tablets & Co.

Das Mobiltelefon als Multifunktionsgerät stellt für die Nutzerinnen und Nutzer längst nicht mehr nur ein reines Kommunikationsmittel dar. Ganz selbstverständlich werden Handys und Smartphones auch als Spielplattform verwendet. Sie grenzen sich insofern zu mobilen Spielkonsolen ab, da ihr vorrangiger Zweck nicht das Spielen ist. Kleine Spiele sind entweder bereits vorinstalliert oder werden zum Download angeboten. Im Vergleich zu Konsolen- und PC-Spielen liegen die Anschaffungskosten entweder im Taschengeld-Bereich oder es handelt sich um kostenfreie Angebote. Die vergleichsweise geringen Kosten und die ständige Verfügbarkeit von Handys und Smartphones machen Handygames gerade für eine junge Zielgruppe attraktiv. Hinzu kommt, dass keine andere technische Plattform in dieser Altersgruppe so verbreitet ist. Die „Touchscreens“ aktueller Smartphones sowie Bewegungssensoren ermöglichen darüber hinaus neue Spielkonzepte und entsprechend neue Spielerlebnisse. Tablet-PCs nutzen ähnliche Steuerungskonzepte wie Smartphones, verfügen darüber hinaus aber meist über eine bessere Hardwareausstattung. Insbesondere der größere Bildschirm erweitert die Möglichkeiten der PC-Smartphone-Hybriden. Die Spielauswahl, Steuerungsmöglichkeiten und Qualität der Spiele variieren je nach Mobilfunkgerät und Betriebssystem. Die derzeit in Deutschland verbreitetsten Smartphone-Systeme sind Symbian (Nokia), iOS (Apple, iPad, iPhone & iPod Touch), Android (Google, auf verschiedenen Tablet-PCs & Smartphones) sowie Windows Phone (Microsoft).

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