Spielebeurteilung

The Legend of Zelda: Breath of the Wild

04.04.2017
Im neuen Titel der Zelda-Reihe muss der sympathische Spielheld Link Prinzessin Zelda retten, Kämpfe bestreiten und Rätsel lösen. Zwar ist die märchenhafte Geschichte auch für Kinder spannend, doch einige Schreckmomente zusammen mit dem hohen Identifikationspotenzial können Kinder unter 12 Jahre überfordern.
Die Marke Zelda gibt es seit über 30 Jahren und hat eine entsprechend große Fangemeinde. Es ist daher kaum verwunderlich, dass das Abenteuer zeitgleich zur neuen Nintendo-Konsole Switch veröffentlicht wurde. Besitzer der Wii U können das Abenteuer ebenfalls genießen, allerdings mit leichten technischen Abstrichen.

Die Spielwelt ist sehr offen gestaltet, sodass man sehr früh mit anspruchsvollen Aufgaben konfrontiert wird.


Spielheld Link erwacht nach einem hundertjährigen Schlaf im Fantasyreich Hyrule. Das Böse, in Form von Ganon, hält Prinzessin Zelda in ihrem Schloss gefangen und seine Schergen durchstreifen die Landschaft. Eingewoben in eine märchenhaft inszenierte Geschichte, muss der sympathische Held die Spielwelt erkunden und in ihr spannende Herausforderungen bestehen, actionreiche Kämpfe bestreiten, knifflige Rätsel lösen, Gespräche mit Bewohnern führen, für sie Aufgaben erledigen und schließlich für das Gute einstehen.

Die 100 kleinen Tempel bieten abwechslungsreiche und kreative Rätsel.

SpieleratgeberNRW
Dieses Spiel wurde getestet von:

Bildnachweis

[1]Nintendo[2]Nintendo[3]igdb.com, Presskit The Legend of Zelda: Breath of the Wild

Pädagogische Beurteilung:

Der Einstieg
Link erwacht als fragiler und unbewaffneter Jüngling in einer gefahrvollen dreidimensionalen Wildnis. Zunächst lernen Spielende die zentralen Handlungsforderungen auf anschauliche Weise kennen. Diese Kenntnisse werden allerdings schon nach wenigen Stunden auf eine harte Probe gestellt. Durch die offene Gestaltung der Welt kann es schnell passieren, dass man mit Herausforderungen konfrontiert ist, die zu diesem Zeitpunkt kaum schaffbar sind. Denn neben herkömmlichen Bösewichten warten hier auch besonders schwere Brocken.

Nutzbringender Kram am Wegesrand
Gefundene Zutaten, wie Pilze, Kräuter, Blumen oder auch Insekten, lassen sich über einem Kochtopf zu Speisen mit nutzbringenden Effekten zusammenrühren, um das Geschehen zu vereinfachen. Zudem ist die Ausrüstung entscheidend, um in der abenteuerlichen Welt bestehen zu können. So braucht es auf eisigen Bergen einen entsprechenden Mantel und in der Wüste ist feuerfeste Kleidung gefragt, um hier langfristig überleben zu können. Die Schilde und auch Waffen, wie Bögen, Schwerter, Äxte und Bumerangs, gehen allerdings schnell zu Bruch, weshalb besonders mächtige Exemplare mit Bedacht eingesetzt werden sollten. Mit ausreichend Taktik, Hand-Augen-Koordination und Geduld können schließlich auch die schwierigsten Gegner im Spiel besiegt werden.

Freiheit
Das große Thema, was in diesem Abenteuer stets mitschwingt, ist die Freiheit. Neben Altbekanntem aus dieser Reihe, können Spielende hier eine offen gestaltete Welt durchqueren. Welchen Weg sie wann einschlagen, bleibt ihnen überlassen: Egal ob sie sich vornehmen, den in der Ferne sichtbaren Vulkan zu erkunden, sich beim Kochen von nutzbringenden Mahlzeiten auszuprobieren oder das schönste Wildpferd zähmen zu wollen, um mit ihm durch die Abenddämmerung zu reiten – die dargebotenen Freiheiten sind faszinierend. Zudem gibt es überall kleine Geheimnisse und zusätzliche Erkundungsreize. Z.B. können Plätze aus einem Fotoalbum gefunden werden, um Erinnerungen an die Vergangenheit freizuschalten.

Denksportaufgaben
Durch das Absolvieren von insgesamt 100 kleinen Tempeln mit abwechslungsreichen und kreativen Rätseln, kann die Ausdauer und die Lebensenergie aufgewertet werden. Um hier bestehen zu können, müssen neben Bogen und Schwert auch Module, wie z.B. Bomben, ein Magnet oder ein Stasisfeld, taktisch klug eingesetzt werden. Weiterhin gibt es noch die so genannten Titanen, und davon 4 an der Zahl. Diese mächtige Maschinenwesen müssen „gezähmt“ werden, um sie gegen Ganon einzusetzen. Hierfür werden zunächst Schutzmechanismen deaktiviert, um danach in derem riesigen, mehrstöckigen Inneren komplexe Rätsel zu lösen. Am Ende erwartet Spielende noch ein besonders schwieriger Endgegner. Sowohl die Tempel als auch die Titanen, und am Ende das große Schloss Hyrule, können mit einer interessanten und oft einzigartigen Gestaltung punkten und bieten eine gelungene Abwechslung von der Oberwelt.

Altersbeurteilung
Die fantasievolle Geschichte eines edelmütigen Helden, der die Prinzessin rettet, spricht auch Kinder an. Und die Präsentation mit malerischen, detailreichen Kulissen und einem stimmungsvollen Soundtrack wirkt auch auf Jüngere faszinierend. Allerdings trägt das Spiel das gesetzliche Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) „ab 12 Jahren“. Neben den zahlreichen fröhlichen und witzigen Momenten, gibt es auch immer wieder gruselige Passagen und Schreckmomente. In der offenen Welt tauchen Bösewichte auf, die auf Kinder ggf. bedrohlich wirken können. Gerade weil Link eine starke Identifikationsfigur ist und Spieler_innen durch ihr Handeln für ihn verantwortlich sind, kann hier schnell Stress oder eine Überforderung entstehen. Zudem erfordern die zahlreichen Dialoge in Textform eine gewisse Lesefähigkeit und -bereitschaft. Ältere ab 12 Jahren finden hingegen aufgrund ihrer Medienerfahrung und des eindeutig als fiktiv erkennbaren Settings, ausreichend Distanzierungsmöglichkeiten.

» Die pädagogische Beurteilung im Original beim Spieleratgeber NRW lesen

Fazit:

The Legend of Zelda: Breath of the Wild kann über 50 Stunden abwechslungsreichen Spielspaß in einer freiheitlich erkundbaren Landschaft mit unterschiedlicher Gestaltung bieten. Und die oben beschriebene Fülle an Aufgaben und Möglichkeiten machen es deutlich: Hier werden ganz unterschiedliche Spielertypen angesprochen. Manche Szenen könnten für Kinder gruselig und manche Rätsel zu knifflig sein. Für erfahrene Jugendliche ab 12 Jahren ist das Spiel in der Regel problemlos spielbar.
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Siehe auch

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