Spielebeurteilung

Sea Hero Quest

27.01.2017
Das Mobile Game "Sea Hero Quest " möchte einen wichtigen Beitrag zur Demenz-Forschung liefern. Das Spiel erforscht dazu anonym die Art, wie sich Personen orientieren, während sie ein Boot steuern und verschiedene Aufgaben lösen. Sea Hero Quest ist kostenlos. Jeder kann also mithelfen.

"Sea Hero Quest" ist ein mobiles Spiel, welches die Demenz-Forschung fördern und unterstützen soll. Der Vater des Hauptcharakters ist an Demenz erkrankt. Um Erinnerungen wiederzugewinnen, schippert dieser mit seinem Schiff durch fantastische Welten, sammelt Seesterne und entdeckt neue wundersame Wesen, welche er in seinem Sammelbuch dokumentiert. Dabei werden die Bewegungen des Schiffs registriert, damit die Daten anonym ausgewertet werden können. Diese Daten helfen der Initiative „Game for Good“, eine Crowd-Sourcing Datenbank zu erstellen, sodass eine effektive Früherkennung und Behandlung von Demenz unterstützt wird.

In Sea Hero Quest steuern die Spielenden ein Boot über einen dunklen Ozean. Die Bewegungen des Schiffs werden vom Spiel registriert und die Daten anonymisiert für die Demenz-Forschung genutzt.
Zu Beginn erhält der Spieler Informationen dazu, wie die eigenen Spielerfolge der Demenz-Forschung in Form einer Auswertung von anonymen Daten weiterhelfen. Die Weiterleitung kann optional auch ausgestellt werden. Nach dieser kurzen Einführung und einem kleinen Rundgang geht es auch schon los und der/die Spieler/in taucht in die Welt von "Sea Hero Quest" ein.

Die Steuerung ist leicht und wird, sobald eine neue Art von Aufgabe erscheint, durch praktisches Ausprobieren erklärt. Zum Ausweichen wird getippt, das Steuern und Beschleunigen des Bootes kann durch Ziehen in bestimmte Richtungen gelenkt werden. Je weiter man im Spiel voranschreitet, desto schwerer fällt die Koordination und das räumliche Orientieren. Trotzdem ist man gewillt, diese Schwierigkeiten zu überwinden und jedes Mal die maximale Anzahl an Seesternen zu sammeln, um seine Schnelligkeit und sein Erinnerungsvermögen zu beweisen. Die spezifischen Aufgaben können auch mehrmals wiederholt werden.

Eine Aufgabe der Spielenen besteht darin, sich eine gezeigte Karte und die Position der darauf markierten Bojen einzuprägen. Anschließend gilt es, die Bojen in der richtigen Reihenfolge einzusammeln. Je schneller die Bojen gefunden werden, desto mehr Seesterne erhält man (hier maximal drei).
Das Spielprinzip folgt einem einfachen Schema: eine Quest besteht aus 5 Aufgaben. Drei dieser Aufgaben bestehen darin, sich die gezeigte Karte einzuprägen und so auch die Position der Bojen, die in einer bestimmten Reihenfolge gefunden werden müssen. Doch es gilt: je schneller die Bojen gefunden werden, desto mehr Seesterne erhält man (hier maximal drei). Die nächste Aufgabe einer jeden Quest fordert Aufmerksamkeit. Eine Leuchtrakete muss gefunden und zurück zur Boje geschossen werden, sodass der/die Spieler/in während der Reise regelmäßige Lebenszeichen von sich gibt. Doch dies ist nicht so leicht. Nachdem man einen Weg zurückgelegt hat, fällt es immer schwerer, sich zu orientieren und die Rakete in die richtige Richtung abzuschießen. Hierbei stehen drei Richtungen zur Auswahl (rechts, links, mittig). Als Abschluss jeder Quest steuert man auf ein bestimmtes Monster zu. Hierbei müssen Hindernisse überquert werden, sodass zum Schluss das komplette Monster erblickt wird und als Trophäe ein Polaroidfoto gemacht werden kann, welches sich dann im Sammelbuch befindet. Jedes Monster hat spezifische Eigenschaften und äußerliche Merkmale und natürlich Namen, wie Draco oder Ramus, die es besonders machen.

Die Spielenden bewegen sich durch unterschiedliche Welten. Mal entdecken sie Gebiete mit Eisgletschern, mal piratenähnliche Sandküsten. Je weiter man im Spiel voranschreitet, desto mehr wundersame Welten entdeckt man. Die Aufgaben bleiben allerdings gleich.

Platzhalter
Dieses Spiel wurde getestet von:
Karolina Kaczmarczyk (Spieleratgeber NRW)

Bildnachweis

[1](c) Glitchers[2](c) Glitchers[3](c) Glitchers[4](c) Glitchers

Pädagogische Beurteilung:

Gute Arbeit, Matrose!
Durch das Sammeln der Sterne kann man sein Boot kreativ gestalten. Dabei können die Farben des Bootes, der Rettungsring und Accessoires gestaltet werden. Je mehr Sterne gesammelt wurden, desto mehr Auswahlmöglichkeiten werden freigeschaltet. Die Fähigkeiten des Spielers werden nicht nur durch Punkte und Kommentare wie „Gute Arbeit, Matrose!“ wertgeschätzt, sondern auch durch ein besonderes Update. Abhängig von der Spielzeit wird dem Spieler persönlich gedankt, dass dieser zur Demenz-Forschung beiträgt. Laut der Entwickler erstzen bereits wenige Minuten Spielzeit mehrere Stunden Demenz-Forschung im Labor.

Unterschiedliche Welten, gleiche Aufgaben
Der Spieler schippert durch Welten hindurch, die sich unähnlicher nicht sein könnten. Während die Welt des Arctic Rivers voller Eisgletscher, Pinguine und Schneestürme ist, die dem Spieler oft die Sicht verwehren, zeichnet sich die Welt des Golden Shores durch piratenähnliche Sandküsten aus. Je weiter man im Spiel voranschreitet, desto mehr wundersame Welten entdeckt man. Dennoch sind diese analog aufgebaut: jede Welt besteht aus drei Missionen, die bewältigt werden müssen, um weiter voranzukommen. Durch passende Hintergrundgeräusche und eine melodiöse Musik, wird das Spiel in seiner ästhetischen, durch die Quests aber gleichzeitig spannenden Atmosphäre unterstützt.

Spielen gegen Demenz
Das Spielprinzip des Erinnerns und Orientierens thematisiert genau das, was das Ziel des Spiels ist: die Demenz-Forschung. Das eigene Denk- und Erinnerungsvermögen wird insofern explizit auf spielerische Weise gefordert und trainiert. Dabei ist trotzdem zu beachten, dass neben dem eigenen Spielspaß wichtige Daten gesammelt werden, die der Forschung weiterhelfen können. Diese Daten werden anonym gesammelt, für den Spieler besteht jedoch die Möglichkeit, diese Funktion abzustellen und frei von Datensammlungen zu spielen. Die eigenen Erfolge im Spiel können außerdem bei Facebook geteilt werden.

Fazit:

"Sea Hero Quest" ist zwar leicht bedienbar, dennoch wird Lesefähigkeit gefordert. Und auch die Koordination, wie auch der Orientierungssinn, sind im Spiel gefragt, sodass sehr junge Kinder Schwierigkeiten haben können, die Aufgaben zu lösen. Die App bietet jedoch eine schöne Möglichkeit, zusammen mit Eltern das Thema Demenz aufzuarbeiten und das eigene Erinnerungs- und Koordinationsvermögen zu testen. Auf Werbung und kostenpflichtige Zusatzinhalte wurde komplett verzichtet.
Platzhalter
Dieses Spiel wurde beurteilt von:
Karolina Kaczmarczyk (Spieleratgeber NRW)

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