Watch Dogs 2

07.12.2016
Bunt angezogene Mittzwanziger, die zusammen eine Untergrund-Hackinggruppe gründen: Das Open-World-Spiel Watch Dogs 2 zeigt sich weitaus farbenfroher als der düstere Vorgänger. Dennoch bleiben auch gewaltvolle Elemente erhalten. Geeignet ist das Actionabenteuer daher nur für Erwachsene.

Was wäre, wenn man eine ganze Stadt mit nur einem einzigen Smartphone hacken könnte? Dieses Gedankenspiel liegt dem Open-World-Spiel Watch Dogs zu Grunde. Im zweiten Teil wurde die Handlung von Chicago nach San Francisco verlegt. Auch hier wurde inzwischen das Sicherheitssystem ctOS (central Operating System) installiert, welches alle gesammelten Daten der Stadtbewohner miteinander verbindet und sie so zu „gläsernen Bürgern“ macht. Dagegen möchte sich eine Gruppe junger Widerstandskämpfer wehren.

Dank einer App namens „Nudle Maps“ kann man im Spiel Wegpunkte setzen. So findet man stets leicht von A nach B.
In Watch Dogs 2 übernimmt man die Rolle des jungen Hackers Marcus Holloway, der sich der Widerstandsgruppe namens DedSec zu Beginn des Spiels anschließt. Aufgeteilt ist das Spiel wie für Open-World-Games typisch in Haupt- und Nebenmissionen. Man bewegt sich frei innerhalb der Stadt und kann Missionen an bestimmten, auf der Karte markierten Punkten, starten. Die Hauptmissionen konzentrieren sich auf den Kampf gegen ctOS. Als Marcus infiltriert man beispielsweise Gebäude der dahinter stehenden Firma, hackt sich in Sicherheitskameras und andere Systeme ein, schaltet Gegner aus und deckt schließlich die korrupten Machenschaften hinter ctOS auf. Die Nebenmissionen dienen in der Regel dazu, den Bekanntheitsgrad von DedSec auf Social Media Plattformen zu steigern. Dafür gilt es Auto- und Bootrennen zu gewinnen, Graffitis an die Wände zu sprühen und „Selfies“ mit bestimmten Sehenswürdigkeiten zu posten. Die Anzahl der Follower ist vergleichbar mit Erfahrungspunkten in anderen Spielen. Denn je mehr Follower DedSec besitzt, desto mehr Geld steht für neue Anschaffungen zur Verfügung – die wiederum Marcus‘ Fähigkeiten verbessern.

Dank Marcus‘ Hacking-Tools lassen sich ganz leicht private Details von Passanten erfahren.
Zudem gibt es mehrere Mehrspieler-Onlinemodi in Watch Dogs 2. Entweder kann man im Koop, also gemeinsam mit anderen Spielenden, Missionen abschließen. Man kann aber auch gegeneinander spielen. In „Online-Invasion“ schleicht sich beispielsweise eine Person in die Welt einer anderen und manipuliert diese via Hacking. Ziel ist es, den „Invader“ so schnell wie möglich ausfindig zu machen und auszuschalten.

Um Sicherheitsschlösser zu knacken, müssen die Spielenden verschiedene Rätsel lösen. Hier muss mit Hilfe einer Drohne die Stromversorgung umgeleitet werden.

Sarah Pützer
Dieses Spiel wurde getestet von:

Bildnachweis

[1]Pressematerial, Ubisoft[2]Screenshot aus Watch Dogs 2, Ubisoft[3]Screenshot aus Watch Dogs 2, Ubisoft[4]Pressematerial, Ubisoft

Pädagogische Beurteilung:

Mit dem zweiten Teil zeigt sich Watch Dogs in einem neuen Gewand. Ging es im ersten Teil noch um den tragischen Einzelkämpfer Aiden Pearce und das eher düstere Chicago, dreht sich der zweite Teil um eine junge, bunt angezogene, rebellische Gruppe von Tweens, die sich im farbenfrohen, sonnigen San Francisco gegen das Sicherheitssystem zu behaupten versucht. Damit wird dem Spiel viel an Schwere genommen, eine positivere Grundstimmung geschaffen – trotz des vergleichsweise ernsten Themas eines Überwachungsstaats.

Durch das Follower-System und die große Bedeutung der Social Media Kanäle nimmt Watch Dogs 2 starke Bezüge zur Gegenwart. Die gezeigte Welt wirkt trotz Zukunftsszenarios recht authentisch. Die Benutzung von Social Media wird allerdings dabei nicht reflektiert – schade, werden doch gerade diese von Datenschützern immer wieder kritisiert. Auch dass Marcus selbst Leute ausspäht und private Details dank seinem Hacking-Tool ganz leicht herausfinden kann, wird nicht hinterfragt.

Spaß macht Watch Dogs 2 vor allem durch seine Mischung aus actionreichen Passagen und ausgeklügelten Rätseln. Um sich zum Beispiel in ein bestimmtes Gebäude einzuschleichen, müssen nicht nur Gegner ausgeschaltet oder umgangen werden, sondern auch Sicherheitssysteme. Mal muss ein bestimmter Schlüssel gefunden werden, mal muss man eine Stromzufuhr umleiten. Manchmal gilt es sich von Sicherheitskamera zu Sicherheitskamera weiterzuhacken oder Gebrauch von Drohnen zu machen. Dabei sorgt die Angst, entdeckt zu werden, für Spannung. Denn wer auffliegt, wird von den Sicherheitskräften ausgeschaltet – und muss den Abschnitt von vorne beginnen. Das kann an manchen Stellen frustrieren. Allerdings kann man den Schwierigkeitsgrad jederzeit anpassen und zwischen Leicht, Normal, Schwer und Realistisch wählen. Letzterer ist besonders schwer, bereits ein Schuss kann tödlich sein.

Die Welt von Watch Dogs 2 zeigt sich im Vergleich zum ersten Teil weniger gewaltvoll. Den Spielenden werden beispielweise Betäubungswaffen zur Verfügung gestellt – Watch Dogs 2 lässt sich daher auch durchspielen, ohne eine Figur zu töten. Dennoch besitzt man prinzipiell die Möglichkeit dazu. Schießt man auf eine Person, ist Blut zu sehen. Zudem kann man auch in der freien Spielwelt wahllos Verbrechen begehen, wie andere Personen überfahren. Zwar wird dies mit einer erhöhten Polizeiaufmerksamkeit abgestraft. Wer der Polizei lang genug auszuweicht, kann diese aber wieder senken.

Fazit:

Watch Dogs 2 bietet eine buntere, unterhaltsamere Welt als der erste Teil. Überzeugend ist vor allem die Mischung aus Action und Rätselpassagen, bei denen man auch mal um die Ecke denken muss. Zwar wird den Spielenden eine gewaltlose Alternative angeboten, gewaltvolleren Spielweisen finden allerdings ebenfalls Platz. Daher eignet sich Watch Dogs 2 nur für Erwachsene.
Sarah Pützer
Dieses Spiel wurde beurteilt von:

Siehe auch

Spielebeurteilung

Watch Dogs

Watch Dogs führt die Spielenden in eine offene Spielwelt, in der alles binnen weniger Sekunden gehackt werden kann. Das Action-Adventure bietet zahlreiche Möglichkeiten, den virtuellen Ableger Chicagos zu Fuß oder per Auto zu erkunden, zeigt aber durch Gewalt und Verbrechen die Schattenseiten der Großstadt.

Grand Theft Auto V
Spielebeurteilung

Grand Theft Auto V

Grand Theft Auto V bietet eine brillant inszenierte Spielwelt, in der eine einfache Autofahrt zum Sightseeing-Erlebnis wird. Gleichzeitig sind in Los Santos, der schönen aber harten Spielstadt, Gewalt und Verbrechen an der Tagesordnung. Unterhaltung für Erwachsene, die bei Jugendlichen Kultstatus genießt.

Spielebeurteilung

The Crew

Einmal quer durch die USA rasen? In The Crew wird dies möglich. Das Rennspiel verbindet klassische Autorennen mit reichlich Action aus dem Gangster-Milieu und Rollenspiel-Elementen. Dafür haben die Entwickler nicht nur die Fahrzeuge und Bauteile, sondern auch die USA bis ins kleinste Detail nachgebildet.

Schreib einen Kommentar

* Pflichtangaben