Sid Meiers Civilization VI

26.10.2016
Eine Zivilisation seit Anbeginn der Menschheit bis zum modernen Zeitalter wachsen zu lassen - so lautet die Aufgabe in Civilization 6. Das geschieht im bewährten Format eines rundenbasierten Strategiespiels, das sich vor allem durch seine Komplexität und historische Aufarbeitung der Menschheitsgeschichte auszeichnet.
Ob Römer, Grieche oder Germane – In Civilization VI streben alle Kulturen nach Macht, Sicherheit und Fortschritt. Spielende können ein Volk von seiner Entstehung an übernehmen und dieses über Jahrtausende weiterentwickeln, Krisen überwinden und in goldene Zeiten überführen. Die konkurrierenden Kulturen versuchen das gleiche und so entsteht ein Kampf um die Weltherrschaft. Welchen Weg das Reich einschlägt, kann in Civilization VI selbst bestimmt werden. Das alles geschieht rundenbasiert. Pro Runde erhalten Spielende Einkommen und Aktionsmöglichkeiten. Ist die eigene vorbei, sind die Gegenspieler an der Reihe.

Zu Beginn beschränkt sich das Herrschaftsgebiet auf eine einzige Stadt, deren Ausbau erforderlich ist. Dafür werden Handwerker rekrutiert, die umliegende Geländefelder bebauen können. Durch Steinbrüche steigt beispielsweise die Produktion der Stadt und durch Bauernhöfe die Nahrung und Einwohnerzahl. Krieger sind nötig, um die Stadt vor Barbaren und anderen Völkern zu verteidigen und Siedler können an geeigneten Orten neue Städte gründen.

Die Stadt wird fortschreitend ausgebaut.
Außerdem kann die Staatsform mitsamt einer Politikagenda gewählt werden, von Demokratie bis zur Oligarchie. Das wirkt dich genauso auf die Entwicklung der Zivilisation aus, wie die Technologien, die entdeckt werden. Der Forschungsbaum zeigt an, was erforscht werden kann, von der Erfindung der Schrift bis zur Industrialisierung. Zusätzlich ist Diplomatie auch ein wichtiger Bestanteil in Civilization 6. Verschiedene Kulturen können sich Geschenke machen, handeln und vieles mehr.

Hier kann die Staatsform gewählt werden. Neue optionen kommen im Spielverlauf hinzu.
Bereits die Wahl der Zivilisation wirkt sich auf das weitere Spielgeschehen aus. Wer mit dem römischen Reich startet, hat Trajan als Herrscher und bekommt Boni für Städte und Straßen. Andere Völker dagegen sind spiritueller geprägt. Einige Erneuerungen zum Vorgänger sorgen dafür, dass Entscheidungen im Spiel an das besiedelte Gelände angepasst sein müssen. Religiöse Viertel beispielsweise steigern den Glauben der Stadt und zwar am stärksten, wenn sie auf Bergen erbaut werden. Auch die Forschung wurde überarbeitet. Die Nähe zum Meer beschleunigt die Erfindung des Segelns und die Steinmetzkunst wird schneller erforscht, wenn Gestein in der Nähe ist.

Die Grafik wurde sichtbar erneuert. Das Spiel wirkt bunter und schärfer
Die Grafik in Civilization 6 wurde erneuert. Gebäude und Einheiten sind symbolhaft dargestellt. Das Gameplay hat sich im Grundprinzip nicht verändert. So muss weiterhin die Entwicklung der Städte, der Einwohner, Forschung, Religion und Politik koordiniert werden. Verschiedene Spielmodi sind für den Einzelspielermodus verfügbar. Im Multiplayermodus kann an einem Rechner abwechselnd gegeneinander gespielt werden oder online über das Internet gegen fremde Gegner.
David Koch
Dieses Spiel wurde getestet von:

Bildnachweis

[1]Screenshot Civilization 6[2]Screenshot Civilization 6[3]Screenshot Civilization 6

Siehe auch

Spielebeurteilung

Anno 2205

Wie sieht die Welt wohl in 200 Jahren aus? Darüber haben sich die Entwickler hinter Anno 2205 Gedanken gemacht und ihre Wirtschaftssimulation nach Anno 2070 noch weiter in die Zukunft versetzt. Dies bringt einige Neuerungen mit sich und spricht Fans sowie Nichtkenner der Reihe an.

Spielebeurteilung

Sid Meier’s Civilization V

Der fünfte Teil der Strategiespiel-Reihe besticht durch einen leichten Zugang, sowie fesselnde wie fordernde Aufgaben. Niederlagen führen weniger zu Frustration, sie motivieren vielmehr zum Ausprobieren neuer Strategien. Gemeinsames Grübeln über eine Aufgabe mit mehreren Spielenden macht dabei besonders viel Spaß.

Curious Expedition als Beispiel für eine historische Inszierung
Nico Nolden (2016):

Historische Erinnerungslücken. Geschichtserfahrungen und Erinnerungskultur bei digitalen Spielen

Wie inszenieren digitale Spiele Geschichte? Historiker Nico Nolden legt dar, wie sich geschichtliche Vorstellungen auch in fiktiven Spielen wiederspiegeln und deckt auf, was abseits historischer Fakten in digitalen Spielen verborgen liegt.

1 Kommentar

David Koch (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Pädagogische Beurteilung

Civilization 6 ist sehr kompliziert. Deshalb empfiehlt sich zu Beginn das Tutorial, welches viel Zeit in Anspruch nimmt, dafür aber Spielprinzip mit Texten und Audioanweisungen verständlich erklärt. Trotzdem benötigt es viele weitere Stunden Erfahrung, um alle Möglichkeiten, die das Spiel bietet, zu erforschen. Welche Politikagenda passt am besten zu den Entwicklungsmöglichkeiten eines Reiches? Welche Technologien werden benötigt? Mit welchen Zivilisationen können Bündnisse eingegangen werden und mit welchen nicht? Um diese Fragen zu beantworten, benötigen Spielende viel Zeit und Geduld.

Dafür bietet Civilization 6 sehr viel, was Sympathisanten von Strategiespielen, Aufbauspielen, oder historischen Spielen gefällt. Die taktischen Möglichkeiten sind nur schwer erschöpflich. Spielende haben einen großen Einfluss darauf, in welche Richtung und mit welcher Gesinnung sich die Kulturen entwickeln. Die Menschheitsgeschichte kann hier nachgespielt oder verändert werden. Nicht zuletzt deswegen übt das Spiel, eine große Faszination auf die Spielenden aus. Civilization 6 regt dazu an, lange am Rechner zu verweilen. Eltern sollten daher die Spielzeiten im Auge behalten.

Auch Lernpotential ist in Civilization 6 vorhanden. Hier wird man mit verschiedensten Regierungsformen, Religionen und historischen Persönlichkeiten konfrontiert. So tauchen beispielsweise der Kommunismus, Monarchie, Pantheon und Persönlichkeiten wie Sun Tzu oder Donatello im Spiel auf. Civilization 6 vermittelt außerdem ein Verständnis von Ursache und Wirkung im Zusammenleben vieler verschiedener Kulturen. Die Bebauung der Geländefelder mit Distrikten gleicht einem Puzzlespiel. Der Blick für die Zukunft ist genauso wichtig, wie das Anpassen an die gegenwärtige Situation. Diese Komplexität kann Kinder möglicherweise überfordern.

Im Onlinemodus können Spielende mit fremden Leuten um die Weltherrschaft ringen. Es gibt einen Gruppenchat, in den jeder Nachrichten schreiben kann. Außerdem besteht die Möglichkeit des Privatchats mit einzelnen Personen. Dieser kann für Beleidigungen und Drohungen genutzt werden. Für Jüngere bietet sich hier der lokale Multiplayermodus an. Hier können mehrere Personen abwechselnd am selben Rechner spielen, ohne dass eine Internetverbindung erforderlich ist. Krieg und Gewalt werden harmlos dargestellt, sind aber Teil des Spielprinzips, von Speerkämpfern bis zur Atombombe.

Fazit: Civilization 6 ist ein zeitintensives, komplexes Strategiespiel. Verschiedene Zusammenhänge und Möglichkeiten müssen erforscht werden, um erfolgreich zu sein. Kinder unter 14 Jahren kann das überfordern. Auch der Umgang mit dem Onlinemodus sowie die Verarbeitung der Gewalt im Spiel sollten ab diesem Alter unproblematisch sein. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, historisches Wissen zu erlernen.

26.10.2016 um 19:14


Schreib einen Kommentar

* Pflichtangaben