Spielebeurteilung

Mafia III

11.10.2016
Mafia III führt ins Louisiana der sechziger Jahre und zeigt eine Stadt, die von Gewalt, Korruption und Kriminalität regiert wird. Der dritte Teil der beliebten Actionreihe fährt mit einer interessanten Story auf, die sich gängigen Mafiosi-Klischees widersetzt. Vor allem Protagonist Lincoln Clay überzeugt.

Vietnamkrieg, soziale Unruhen und ein Kampf im Untergrund – Mafia III führt in das turbulente Jahr 1968 und erzählt die Geschichte des Vietnam-Rückkehrers Lincoln Clay. Zurück in seiner Heimatstadt New Bordeaux wird er Zeuge, wie sein Ziehvater und seine Freunde vom italienischen Mafiaboss Sal Marcano ermordet werden. Lincoln schwört Rache und baut eine eigene Organisation um sich auf. Ihr Ziel: New Bordeaux unter Kontrolle zu bringen – und Sal Marcano zu töten.

Lincoln ist dem Anschlag auf seine Freunde nur knapp entkommen – seitdem trägt er eine Narbe an seiner rechten Schläfe.
Mafia III ist ein Action-Adventure mit einer offenen Spielwelt. In der Rolle des Lincoln Clay gilt es verschiedene Aufträge auszuführen und so die Geschichte voranzutreiben. Die Missionen starten meist an bestimmten Ort in der Spielwelt, die auf einer Karte markiert sind. Zwischen den einzelnen Punkten auf der Karte bewegt man sich entweder zu Fuß oder mit dem Auto hin und her.

Geht man in Deckung und wartet einige Sekunden, heilen Lincolns Wunden automatisch.
Die Missionen beinhalten meist, ein Zielobjekt zu stehlen beziehungsweise zu zerstören, oder eine bestimmte Person zu töten. Dafür stehen verschiedene Schusswaffen oder Nahkampftechniken zur Verfügung. Die Handlung führt Lincoln dabei quer durch die fiktive Stadt New Bordeaux, die in zehn Distrikte aufgeteilt ist. Im Verlauf des Spiels erhält man die zusätzliche Aufgabe, die Stadt Distrikt für Distrikt „einzunehmen“. Dafür gilt es die Mitglieder der italienischen Mafia des jeweiligen Distrikts zu vertreiben und selbst jemanden mit der Verwaltung zu beauftragen. Mit jedem eingenommenen Distrikt erhält Lincoln Boni für weitere Missionen, wie zum Beispiel Spezialangriffe.

Lincoln wird von drei Unterbossen unterstützt: Cassandra, Vito und Thomas. Diese kann er mit der Verwaltung für die einzelnen Distrikte New Bordeaux‘ beautragen.
Bei Mafia III handelt es sich um den dritten Teil der beliebten Actionspielreihe. Mit den Geschehnissen um Lincoln Clay beginnt eine neue Geschichte, Vorkenntnisse aus den Vorgängern werden daher nicht vorausgesetzt. Einen Mehrspieler- oder Koop-Modus gibt es in Mafia III nicht. Die Dialoge wurden auf Deutsch vertont, Untertitel lassen sich zusätzlich einblenden.
Sarah Pützer
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Bildnachweis

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Pädagogische Beurteilung:

Bereits seit 2002 führt die Computerspielreihe Mafia in die kriminelle Parallelwelt der USA. Dabei wagt sich der neuste Teil auch an komplexe Themen, wie Menschen- und Drogenhandel, Prostitution und rassistische Ideologien, die überzeugend in die Geschichte eingebunden werden. Insbesondere die Darstellung des Protagonisten Lincoln gelingt. Gezeigt wird Lincoln nicht als harter „Killer“, sondern als ein Opfer rassistischer Diskriminierung, das durch Schicksalsschläge zum mordenden Täter wird. Mafia III vermeidet einfache Schwarz-Weiß-Malerei und nimmt sich Zeit, seine Hauptfigur einzuführen, ihre Motive darzulegen und sie so nachvollziehbar zu machen. Gewalt wird so nicht verherrlicht, sondern als brutale Abwärtsspirale gezeigt, die meist noch mehr Gewalt als Konsequenz bereithält.

Aus spielerischer Sicht bietet Mafia III für verschiedene Spielertypen Herausforderungen. Der Schwierigkeitsgrad lässt sich mit Leicht, Mittel und Schwer jederzeit im Spielverlauf anpassen – die Option „automatisches Zielen“ erleichtert das Gameplay für Anfänger/innen zusätzlich. Das Spiel bietet die Möglichkeit, sich an Gegner vorbeizuschleichen oder die offene Konfrontation zu suchen. Nicht alle Missionen gelingen sofort, allerdings sind Speicherpunkte großzügig verteilt, sodass man meist nicht weit zurückgesetzt wird. Frust stellt sich, auch durch den einstellbaren Schwierigkeitsgrad, nur selten ein. Schade nur, dass sich nach einigen Stunden Spielzeit die Missionen sehr ähneln – und das Gameplay in punkto Abwechslung mit der ausgereiften Story von Mafia III nicht mithalten kann.

Gewalt wird in dem Spiel äußerst realistisch dargestellt und ist von einer satirischen Überspitzung á la Grand Theft Auto weit entfernt. Blut und offene Wunden sind zu sehen, angeschossene Personen wimmern – die in Mafia III dargestellte Welt ist von Brutalität und Gewalt gezeichnet, die Täter sind meist zugleich auch Opfer – sodass ein gewaltvolles Vorgehen beinahe eine Art Rechtfertigung findet. Für Kinder und Jugendliche ist das Spiel daher ungeeignet; es bedarf viel mehr mündige Erwachsene, die sich von dem gezeigten Inhalt distanzieren können.

Fazit:

Mafia III überzeugt mit einer vielschichtigen Story und tiefgründigen Charakteren, die auch das Moralempfinden der Spielenden herausfordern. Das Gameplay greift zwar auf altbekannte Elemente zurück, lässt sich aber an verschiedene Spielertypen anpassen. Gewalt und Brutalität sind dauerhaft präsent und realistisch dargestellt – daher eignet sich Mafia III nur für Erwachsene.
Sarah Pützer
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Siehe auch

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„Es geht nicht um Geld, es geht um die Freiheit“ – Ein Mafia III Report.

Bereits seit 2002 führt die Computerspielreihe Mafia in die kriminelle Parallelwelt der USA. Auf der gamescom wurde nun der neuste Teil, Mafia III, vorgestellt. Die Jugendredakteure Knuth und Lucas hatten die Möglichkeit, das Spiel genauer unter die Lupe zu nehmen und berichten von ihren Eindrücken.

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