Spielebeurteilung

Assassin's Creed Syndicate

24.07.2016
Im neusten Teil der Assassin´s Creed Reihe findet man sich als die Geschwister Jacob und Evie Frye im von Templern regierten, viktorianischen London wieder. Dort nimmt man es mit feindliche Banden und hinterhältigen Templern auf. Wird der neue Open-World-Teil der Assassin's-Creed-Reihe gerecht?

In dem neuen Spiel der Assassin´s-Creed-Reihe schlüpft man in die Rolle der Zwillinge Jacob und Evie Frye, die es in das viktorianische London von 1868 verschlägt. So findet man sich mitten in der Industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts wieder, in der die industrielle Produktion auf den Schultern der immer ärmer werdenden Arbeiterklasse ruht. Die reiche Oberschicht hingegen wird von den Templern mit ihrem Großmeister Crawford Starrick kontrolliert, der die Strippen in der Politik und Industrie zieht und diese unter anderem durch Kinderarbeit finanziert.

Zu Beginn des Spiels befindet sich ganz London in der Hand der Templer und ihren gewaltbereiten Schlägern, den Blighters. Hier kommen die beiden Geschwister ins Spiel, die beide das Ziel verfolgen, London aus der Hand des Großmeisters und seiner Schergen zu befreien. Obwohl sie beide dasselbe Ziel haben, könnte ihre Vorgehensweise nicht unterschiedlicher sein. Jacob ist eher der Mann fürs Grobe, Evie hingegen handelt mit Kalkül.

Evie und die Rooks (grün) gegen die Blighters (rot).
Dem Charakter der beiden entsprechen dann auch ihre Hauptmissionen, in denen man mit Evie heimlich und im Hintergrund agiert, wohingegen man mit Jakob die offene Konfrontation sucht und Templer um Templer ausschaltet. Anders als in den Hauptmissionen kann man im freien Spiel ständig zwischen den beiden Geschwistern wechseln. Neu sind die Kutschen, die die Straßen Londons beleben. Anstatt weite Wege zu laufen, kann man sich jetzt einfach eine Kutsche klauen und durch die Straßen brettern. Auch neu ist der Greifhaken, der einen sowohl hohe Gebäude in Sekundenschnelle erklimmen als auch die weitesten Häuserschluchten überqueren lässt.

Eine Neuerung sind die Kutschen in dem neuen Assassin´s Creed.
Alle Stadtteile sind von Anfang an verfügbar, müssen aber aus der Hand der Blighters befreit werden, um sich dort gefahrlos bewegen zu können. Hat man alle der Gegner in einem Bezirk besiegt, steht am Ende ein Gangkampf an, in dem man den Anführer der gegnerischen Gang töten muss. Hat man dies geschafft, ist der Bezirk von nun an unter der Kontrolle von Jacobs Gang, den Rooks.

Qualmende Schornsteine, verrauchte Großstädte: Assassin's Creed zeigt sich ganz im Stile der industriellen Revolution.
Wie auch in den Vorgängern laufen einem zahlreiche historische Persönlichkeiten über den Weg, die einen mit Aufträgen versorgen. In Assassin’s Creed Syndicate kann man unter anderem auf Charles Darwin, Karl Marx und Charles Dickens treffen. Zusätzlich zu dem Hauptspiel habe ich auch noch das DLC zu Jack the Ripper getestet (siehe Kommentar).
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Dieses Spiel wurde getestet von:

Bildnachweis

[1]Assassin´s Creed Syndicate[2]Assassin´s Creed Syndicate[3]Ubisoft

Siehe auch

Spielebeurteilung

Assassin’s Creed III

Vor einer gewohnt atmosphärischen Kulisse wird die Assassin’s Creed-Reihe fortgeführt. Im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg findet der Halb-Indianer Connor Kenway seine Bestimmung im Assassinen-Orden und führt den Kampf gegen die „bösen“ Templer fort. Filmreife Spannung und Action ab 16 Jahren.

3 Kommentare

Leander Kühr, 16 Jahre, Redaktion spielbar.de schreibt:

Nach dem eher verpönten Vorgänger der Assassin´s-Creed-Reihe schafft es Ubisoft mit Syndicate die Kurve zu kriegen und die Spielereihe wieder einigermaßen spielbar zu machen. Der neue Teil glänzt in puncto Steuerung, die den Vorgänger echt alt aussehen lässt. Sowohl an dem Kampfsystem, das im Gegensatz zum Vorläufer sehr faustlastig geworden ist, als auch an der Parkour-Steuerung wurde ordentlich geschraubt.

Die Texturen hingegen mussten etwas unter der Entwicklung leiden, weshalb diese nicht mehr so beeindruckend und detailgetreu wie im Vorgänger zu sehen sind. Trotzdem kann Assassin’s Creed Syndicate mit beeindruckenden Szenerien, wie z.B. der Themse und dem Big Ben, punkten.
Wenig überzeugend ist die deutsche Synchronisation, die zwar schön vertont wurde, aber häufig nicht lippensynchron ist. Die Texte der Passanten wurden oft gar nicht vertont. Die in Unity noch so störenden Bugs, die das Spiel fast nicht mehr spielbar machten, treten in Syndicate nur noch vereinzelt auf und beeinflussen den Spielspaß nicht.

Auch die Story ist wesentlich überzeugender als im Vorgänger. Man beginnt sich im Verlauf der Geschichte mehr und mehr mit den Charakteren zu identifizieren und sie lieb zu gewinnen. Trotz einzelnen, sehr schleppend vorangehenden Phasen in der Hauptstory, macht es Spaß diese durchzuspielen oder auch mal die ein oder andere Nebenmission anzunehmen. Die neue Mechanik des Kutschenfahrens im GTA-Style kann sehr viel Spaß machen, ist aber auch etwas unrealistisch, da weder Bäume noch Laternen ein Hindernis für das Gespann sind. Trotzdem machen sich die Kutschen gut in Assassin’s Creed Syndicate und erleichtern die Fortbewegung um ein Vielfaches. Es macht auch viel Spaß, sich mit dem Greifhaken von Hausdach zu Hausdach zu schwingen. Wer jetzt fürchtet, dass die Assassin´s Creed ausmachenden Parkour-Passagen dadurch verloren gehen, der sei beruhigt. Der Greifhaken fügt sich als hervorragende Erweiterung in das Spielgeschehen ein und greift Hand in Hand mit Klettern und Springen.

Schade ist, dass der für alle Assassin’s-Creed-Teile typische Handlungsstrang in der Moderne fast völlig wegfällt. Auch wenn die Story besser ist als die von Unity, hat uns Ubisoft schon wesentlich bessere Geschichten aufgetischt.

Fazit: Assassin´s Creed - Syndicate ist nicht das beste Spiel, das Ubisoft je veröffentlicht hat, aber auf jeden Fall für Fans der Reihe empfehlenswert. Auch Neueinsteigern fällt der Einstieg leicht, da fast gar kein Hintergrundwissen zum Spielen benötigt wird. Die Steuerung mag am Anfang vielleicht etwas verwirrend sein, aber mit ein paar Spielstunden legt sich auch das.

25.07.2016 um 18:29
Leander Kühr, 16 Jahre, Redaktion spielbar.de schreibt:

Jack the Ripper – DLC

Winter 1888. Wir befinden uns in einem düsteren London, in dem trotz der Befreiung von der Templerherrschaft durch die Assassinen Jacob und Evie Frye noch immer nicht alles gut läuft. Ein Serienmörder mit dem Namen Jack the Ripper macht die Straßen Londons unsicher. Und dann verschwindet auch noch Jacob Frye und seine Schwester muss zurück nach London kommen, um ihn zu suchen. Das ist das Setting des ersten DLCs, also der ersten Erweiterung für Assassin´s Creed Syndicate, die man für 9,74 Euro herunterladen kann.

Wieder einmal interpretiert Ubisoft eine historische Persönlichkeit neu und lässt einen die im Gegensatz zum Hauptspiel sehr düstere Geschichte um Jack the Ripper spielen. In dieser geht es darum, Jack the Ripper zu fassen und gleichzeitig den verschwundenen Jacob zu retten. Die meisten Missionen bieten nichts Neues, abgesehen von den viel häufigeren und umfangreicheren „Detektiv“-Missionen, in denen man als Evie Tatorte untersuchen muss.

Viel Neues gibt es aber sowohl an Ausrüstung als auch an Fähigkeiten. Insgesamt stehen einem sieben neue Fähigkeiten zur Verfügung und zwei neue Waffenarten. Diese sind dazu gedacht, die Gegner in Panik zu versetzten, sodass sie fliehen. Dies funktioniert durch das ebenfalls neu eingeführte Angstsystem des DLCs. Dazu kommen noch ein paar neue Klingen und Umhänge, die man im Laufe der Story freischalten kann. Da Jacob verschwunden ist, muss man die ganze Zeit mit Evie spielen, bis auf ein paar Missionen, in denen man auch Jack the Ripper spielen darf.

Besonders in diesem DLC ist, dass auch Evie die Angsttechniken des Rippers erlernt hat, diese aber nicht zum Töten einsetzt. Jeder Gegner, den sie überwältigt, ist erst einmal nur bewusstlos. Generell legt die Erweiterung Wert auf Diskretion und nicht auf Morde, da einem auch während der Hauptstory verboten wird, Polizisten zu töten. Jack the Ripper ist das genaue Gegenteil von Evie. Durch Morde an Gegnern oder Zivilisten, versetzt er die umstehenden Personen in Panik. Die Morde gehen außerdem mit gewollten Bildstörungen einher, gefolgt von den wirr eingeblendeten Aufträgen, die sehr gut die Psyche Jack the Rippers vermitteln.

Eben diese Neuerungen machen das Jack the Ripper DLC aus und dominieren die Hauptstory. Falls man keine Lust mehr auf die Hauptmissionen hat oder bereits fertig ist, stehen einem im verschneiten London noch eine Menge an neuen Nebenmissionen zu Verfügung. Diese folgen zwar demselben Schema wie die Nebenmissionen des Hauptspiels, unterscheiden sich aber in ihrem Inhalt. Anstatt Kinderarbeiter zu befreien, rettet man jetzt Prostituierte, die man, genau wie Gangmitglieder im Hauptspiel, rekrutieren kann, um Gegner abzulenken und unbemerkt Gebiete zu infiltrieren.

Kommentar:

Die ersten 15 Minuten des Jack the Ripper DLCs sind spannend erzählt. Danach flacht die Geschichte etwas ab, ist aber trotzdem eine gelungene Erweiterung für das Hauptspiel. Es macht einfach Spaß, sich in den heruntergekommenen Straßen Londons herumzutreiben und seine Gegner so zu erschrecken, dass sie panisch weglaufen. Auch als Jack the Ripper zu spielen, kann einem diebische Freude bereiten, wenn man zum Beispiel eine Falle für Evie vorbereitet. An den Nebenmissionen hat sich nichts elementar verändert, sie erhalten einem aber trotzdem noch den Spielspaß über das Ende der Hauptstory hinweg. Am besten sind aber die „Detektiv“-Missionen, in denen man die Schauplätze der Morde Jack the Rippers untersucht.

Am meisten Spaß macht das DLC, wenn man die Hintergrundgeschichte zu Jack the Ripper kennt, da das Entwicklerstudio die eine oder andere Andeutung im Spielverlauf fallen lassen. Generell ist die Geschichte Jack the Rippers hervorragend in die Assassin´s Creed Welt eingefügt worden, da die Entwickler sich an den groben Verlauf der Geschichte halten und nur den Freiraum des Unbekannten nutzen, um eine Assassin´s Creed Geschichte daraus zu basteln.

25.07.2016 um 18:32
Timo schreibt:

Nachdem ich den Vorgänger "Assassins Creed Unity" gezockt hatte, war ich zum ersten Mal von der Spielserie enttäuscht und wollte erstmal die Finger davon lassen. Als dann schließlich Syndicate präsentiert wurde konnte ich als Fan der Englischen Geschichte nicht die Finger davon lassen und hab mich verpflichtet gefühlt das Spiel zumindest zu testen und wurde diesmal positiv überrascht. Ubisoft scheint aus den Fehlern vom Vorgänger ernsthaft gelernt zu haben und bessert Bugs gekonnt aus. Auch neue Funktionen wie den Greifhaken setzt man gekonnt ein und hat somit einen schönen Spielfluss den man vermisst hatte.
Die Story ist auch wieder packender und auch was neues da man sowohl als mann oder Frau spielen kann was auch beides verschiedene Arten der Spielweise mitnichten bringt.
Ich kann das Spiel empfehlen, bin aber dennoch froh das dieses Jahr kein neues Assassins Creed erscheint da die Serie an einem Punkt ist, wo eine Pause gut tut.

10.08.2016 um 14:07


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