Spielbeurteilung

Ark: Survival Evolved

25.02.2016
Ark: Survival Evolved ist derzeit in aller Munde – dabei ist das Spiel offiziell noch gar nicht erschienen. Der Überlebenskampf in einer großen Onlinewelt fasziniert, insbesondere dank zähmbarer Dinos. Chatfunktionen und nicht klar definierte Regeln bergen dagegen Gefährdungspotentiale.
Ark: Survival Evolved nimmt sich ein Beispiel an Robinson Crusoe und lässt seine Spielfiguren auf einer vermeintlich einsamen Insel stranden. Schnell findet man heraus, dass die Insel gar nicht so unbewohnt ist – und sowohl Dinosaurier als auch andere Menschen hier ihr Unwesen treiben.

Gestrandet. Jetzt gilt es schnell erste Ressourcen zu sammeln. Aber wem gehört wohl das Gebäude am Strand?
Ziel des Open-World-Spiels Ark: Survival Evolved ist es, wie der Name vermuten lässt, möglichst lange zu überleben. Dafür muss man die Statuswerte der Spielfigur, wie zum Beispiel Gesundheit und Körpertemperatur, oben halten. Man startet in der Spielwelt als Gestrandete/r ohne jegliche Ausrüstung – abgesehen von einem Implantat im Arm, das als Inventar dient. Zu Beginn sammelt man daher Materialien, stellt Werkzeuge und Waffen her und beschafft sich Nahrungsmittel.

Viele Dinge funktionieren im Team leichter – zum Beispiel gefährliche Dinosaurier jagen.
Besonders an Ark: Survival Evolved ist die Tierwelt. Hier lassen sich nicht nur Dodos und Mammuts, sondern auch zahlreiche Dinosaurierarten finden. Durch die richtigen Ressourcen kann man die Tiere zähmen und als Reit- oder Lasttier einsetzen. Mit jedem Fortschritt, den man macht, beispielsweise wenn man ein neues Werkzeug herstellt oder ein Tier zähmt, steigt die Spielfigur ein Level auf und erhält sogenannte „Engrampunkte“. Diese kann man in seine Fähigkeiten investieren, um im weiteren Spielverlauf komplexere Gegenstände herzustellen, wie Gebäude oder Kochstellen.

Hat man einen Dinosaurier gezähmt, kann man auf ihm reiten oder sogar fliegen.
Ark: Survival Evolved kann man alleine oder online mit bis zu 70 anderen Personen spielen. Dafür muss man einem der zahlreichen Server beitreten, die auf verschiedene Spielmodi ausgelegt sind, wie beispielsweise PvP (jeder gegen jeden) oder PvE (Spielende gegen die Umgebung).

Anmerkung der Redaktion: Bei dem getesteten Spiel handelt es sich um eine Early-Access-Version, also eine vorab spielbare Version, die dem Testlauf dient. Bis zum offiziellen Release können sich daher einzelne Spielelemente verändern.

Pädagogische Beurteilung:

Obwohl Ark: Survival Evolved momentan nur in einer Early-Access-Version spielbar ist und der offizielle Releasetermin noch auf sich warten lässt, handelt es sich schon lange um keinen Geheimtipp mehr. Gerade auf jüngere Personen übt Ark: Survival Evolved eine große Faszination aus. Zum einen handelt es sich um ein "Open-World"-Game, also ein Spiel mit einer offenen Spielwelt, die man frei erforschen kann und viel Platz für Kreativität bietet. Zum anderen faszinieren auch die gewaltigen Dinosaurier, die sich sogar zähmen und als freundliche Haustiere halten lassen.

Allerdings steht, wie im Titel deutlich wird, das Überleben im Vordergrund. Nicht nur die in der Spielwelt beheimateten Dinosaurier, sondern auch die Mitspielenden können im Onlinemodus die eigene Spielfigur angreifen. Hinzu kommt, dass man bei jedem Tod sein komplettes Inventar verliert. Die Spannung in einem Spiel wie Ark: Survival Evolved ist daher hoch. Die Kämpfe selbst sind eher abstrakt dargestellt. Zwar ist Blut zu sehen, allerdings keine Wunden; die Spielfigur löst sich in Luft auf, sobald sie besiegt wurde. Auch das Fantasy-Setting gibt weitere Distanzierungsmöglichkeiten.

Spielt man Ark: Survival Evolved online, steht man per Textchat oder Voice-Chat (also per Headset) miteinander in Verbindung. Diese Kommunikationsmöglichkeiten können auch für Beleidigungen, Drohungen oder ähnliches genutzt werden. Zudem gibt es auf vielen öffentlichen Servern keine genauen Regeln, die den Umgang miteinander festlegen. Beispielsweise gibt es in dem Spiel die Möglichkeit, andere Spielfiguren zu betäuben und einzusperren. Fälle, in denen gezielt Neulinge angegriffen werden, sind keine Seltenheit und sorgen für Frust. Auf Servern mit klar definierten Regeln kann dagegen das Zusammenspiel mit anderen viel Spielspaß bringen – gerade wenn sich zufällig ein Team findet, das einander hilft und unterstützt. Eine Liste aller Server inklusive Beschreibungen findet man zum Beispiel auf ark-servers.net.

Ein Tutorial gibt es in der Early-Access-Version von Ark: Survival Evolved bisher nicht. Damit man ins Spielprinzip hineinfindet, bietet sich der Einzelspielermodus an. Hier kann man sich ohne besonderen Druck am Spielprinzip probieren. Auch für Jüngere bietet der Modus eine Gelegenheit, die Spielwelt von Ark: Survival Evolved ohne den Einfluss anderer Gamer zu entdecken.

Fazit:

Ark: Survival Evolved überzeugt mit einer riesigen Spielwelt, die offen erkundet werden kann. Auch das Zusammenspiel mit anderen fasziniert, birgt aber auch Gefährdungspotential, wenn keine klaren Regeln definiert werden. Ark: Survival Evolved eignet sich im Onlinemodus daher erst ab einem Alter von 14 Jahren. Im Einzelspielermodus oder unter Aufsicht der Eltern können sich auch bereits Zwölfjährige am Dinozähmen versuchen.
Sarah Pützer
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Bildnachweise

[1]Ark: Survival Evolved / Studio Wildcard / steampowered.com[2]Studio Wildcard[3]Studio Wildcard[4]Studio Wildcard[5]DayZ[6]Rust / Facepunch Studios / steampowered.com[7]Fortnite: Battle Royale / Epic Games

5 Kommentare

GEHTIHNNENNIXAN schreibt:

DANKE ECHT DANKE für Die USK du bist DEr Beste!!!!

24.06.2016 um 09:58
Thomas schreibt:

@Redaktion und Sarah,

vielen Dank für die umfassende und objektive Einschätzung des Games. Mein Sohn (12) ist von den Letsplay-Videos zu ARK sehr fasziniert, ich meinerseits etwas skeptisch. Eure Beurteilung trifft den Punkt genau, was die Faszination an diesem Spiel ausmacht, aber eben auch, worauf man als Spieler, bzw. Eltern achten sollte.

Keep it up.

20.10.2016 um 11:11
Joachim schreibt:

Hi Sarah,
vielen Dank für die Bewertung. Mein Sohn 14 wünscht sich das Spiel. Jetzt konnte ich mit ihm klar vereinbaren, dass er das Spiel mit seinen Freunden im PvE-Modus spielen darf, aber nicht im PvP-Modus.
Sehr hilfreich, Eure Webseite!!

Weiter so!

Joachim

15.01.2017 um 14:40
Peter schreibt:

Es ist eigentlich egal was man dem Kind erlaubt, wenn es in ARK kein PvP spielt macht es das im Internet oder am Smartphone.

21.01.2017 um 12:09
Daniel schreibt:

Zudem kann man es noch als eine Art lernspiel sehen, immerhin werden die Dinos Fachlich korrekt benannt

12.02.2017 um 12:01