Spielebeurteilung

Mirror´s Edge

22.12.2008
„Mirror´s Edge“ ist Hochspannung in Schwindel erregender Höhe. Das rasante Tempo und atemberaubende Bilder fesseln die Spielenden vor dem Bildschirm. Das düstere Zukunftsbild eines Überwachungsstaats stimmt nachdenklich.
„Mirror´s Edge“ versetzt die Spielenden in eine nahe Zukunft, in der die Menschen in Reichtum leben und Verbrechen scheinbar der Vergangenheit angehören. Doch die futuristische Stadt wirkt blass, steril und unlebendig. Der Grund dafür ist der hohe Preis, den die Menschen einst für Wohlstand und Sicherheit zahlten: die Aufgabe ihrer Freiheit. Dies führte zu einer repressiven Überwachungsgesellschaft, der sich mittlerweile nur noch wenige Menschen wiedersetzen. Und die werden von der Polizei gejagt. Da jegliche elektronische Kommunikation überwacht wird, kommunizieren Widerständler ausschließlich über Kuriere, so genannte „Runner“.

An dieser Stelle greifen die Spielenden ins Geschehen ein. Im Story-Modus übernehmen sie als Runnerin „Faith“ verschiedene Aufträge, die der geheimnisvolle „Mercury“ über Funk erteilt. Die Missionen laufen dabei meist nach demselben Grundmuster ab. Zunächst bewegt man sich über die Dächer der endlos wirkenden Stadt. Der Weg gleicht einem Hindernisparcours, der nur mit viel Geschicklichkeit zu bewältigen ist. Es gilt zu springen, zu klettern und zu rutschen und dabei nach einem rettenden Vorsprung in Reichweite zu greifen. Außerdem werden alle möglichen Hilfsmittel genutzt. Man balanciert über Rohre oder nutzt Seile, um die tiefen Häuserschluchten zu überwinden.

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Ist man schließlich auf dem richtigen Dach, geht es weiter ins Gebäude, wo letztendlich das Ziel zu finden ist. Da man es früher oder später mit der Polizei zu tun bekommt, hat das Spiel stets den Charakter einer rasanten Verfolgungsjagd. Wichtigste Orientierungshilfe für die Spielenden ist die „Runner-Vision“. Diese Funktion weist den richtigen Weg, indem Hilfsmittel wie Dachaufbauten, Sprungbretter, Seile oder Rohre in grellem Rot markiert werden.

Am Anfang des Story-Modus steht ein Tutorial . Hier übt man sich in den spektakulären Bewegungen sowie im Nahkampf mit den Polizisten, der zwar vermieden werden sollte, hin und wieder aber unvermeidlich ist. Der Story-Modus kann in drei Schwierigkeitsstufen gespielt werden: leicht, mittel, schwer (ohne Runner-Vision). Alternativ zum Story-Modus steht die Spielvariante „Time Trial“ zur Verfügung, bei der es ganz im Stile eines Rennspiels darum geht, den Hindernisparcours möglichst schnell zu überwinden. Die Bestenliste vergleicht die Zeiten von „Runnern“ aus der ganzen Welt.


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Tobias Miller
Dieses Spiel wurde getestet von:

3 Kommentare

Tobias Miller (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Prägend für das Action-Adventure „Mirror´s Edge“ sind die Jump’n’Run-Elemente. Die Spielenden sind fast pausenlos rennend und springend in Bewegung und müssen dabei teilweise äußerst schwierige Hindernisse überwinden. Das verlangt ihnen ein hohes Maß an Geschicklichkeit ab, weshalb viele der Sprünge und Aktionen beim ersten Versuch gar nicht zu meistern sind. Konzentration ist hier sehr wichtig, Übung ist von Vorteil.

Misslingt eine der gewagten Aktionen, was typischerweise den tödlichen Sturz in die Tiefe zur Folge hat, kehrt man zum vorherigen Speicherpunkt zurück. Diese „Checkpoints“ finden sich mehrmals pro Level. Größere Frustrationserlebnisse bleiben aus, da man einfach einen neuen Versuch startet. Das Tutorial führt darüber hinaus gut in die Spielsteuerung ein, weshalb man schnell zu ersten Spielerfolgen kommt. Bemerkenswert ist, dass es zur Überwindung der Hindernisse nicht die EINE Lösung gibt, sondern verschiedene spektakuläre Aktionen möglich sind. Das garantiert den Widerspielwert von „Mirror´s Edge“, da wiederholt neue Lösungswege entdeckt werden. Die Bestenliste im Modus „Time Trial“ motiviert dazu zusätzlich. Dort sind auch die besten Aktionen von anderen Spielenden zu bewundern.

Das Besonderheit von „Mirror´s Edge“ ist die für ein Jump’n’Run ungewöhnliche Ego-Perspektive. Man sieht die Geschehnisse direkt durch die Augen der Spielfigur, was für ein besonders realistisches Spielerlebnis sorgt und die Identifikation mit der Spielfigur erhöht. Insbesondere die schwindelerregenden Höhen, in denen man sich als Faith bewegt, wirken authentisch. Gleichzeitig gelingt es dem Spiel eine große Spannung aufzubauen. Da man gejagt wird, gilt es stets alle Aktionen nicht nur präzise sondern auch sehr rasch auszuführen. Dies bewirkt nicht nur bei der Spielfigur (man hört Faiths Herzschlag) sondern auch bei den Spielenden selbst einen Adrenalinschub. Gemeinsam sorgen die eindrucksvollen Bilder aus der Ego-Perspektive und Hochspannung für eine intensive Spielerfahrung und einen hohen Grad an Immersion.

Erwähnenswert ist zudem die Hintergrundgeschichte des Spiels, die eine dystopische Gesellschaft beschreibt. Einerseits wird auf Errungenschaften wie Wohlstand und Sicherheit verwiesen, andererseits werden die Schattenseiten des „Überwachungsstaates“ aufgezeigt. Damit enthält die Geschichte eine warnende Botschaft in der Tradition George Orwells „1984“, die im Zeitalter der Online-Kommunikation zum Nachdenken anregt, was dem Spiel Anspruch gibt und zu begrüßen ist. Damit ist „Mirror´s Edge“ ein aufregendes Spielerlebnis für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene. Jüngere Jugendliche und Kinder sind mit dem Spiel überfordert.

22.12.2008 um 18:19
Medienpädagogik auf der gamescom schreibt:

[...] Institut für Computerspiel – Spawnpoint das Projekt „real life jumper“. in Anlehnung an Mirror`s Edge, einem temporeichen Action-Adventure aus der Ego-Perspektive, gilt es einen Hindernisparcours zu [...]

12.08.2009 um 16:31
Tobias Miller (Redaktion spielbar.de) schreibt:

Mittlerweile gibt es Mirror´s Edge auch als Browserspiel, erwartungsgemäß in einer sehr abgespeckten Variante: "Mirror´s Edge 2D" ist ein typisches Junp'n'Run. Eher ein kleinerer Adrenalinkick, aber für zwischendurch.

spielbar unter: http://mirrorsedge2d.com/
 
 

07.10.2009 um 16:32


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