Björn Rohwer (Hrsg.)

Unnützes Wissen für Gamer

26.08.2015
Warum trägt Mario eigentlich einen Schnurrbart? Und wie kam der Rollenspielklassiker Final Fantasy zu seinem Namen? 555 kuriose Fakten sammelt Björn Rohwer in seinem Buch Unnützes Wissen für Gamer , das er mit 20 Jahren in Eigenregie veröffentlichte. spielbar.de im Gespräch mit dem jungen Autor.

Auf 148 Seiten fasst Unnützes Wissen für Gamer 555 skurrile und interessante Fakten aus der Spielebranche zusammen. Die Bandbreite reicht dabei von witzigen Easter Eggs bis zu kuriosen Entstehungsgeschichten bekannter Spieleklassiker. Die Fakten stellt Autor Björn Rohwer bündig und knapp dar und sorgt mit Kategorien, wie „Aus dem Pilzkönigreich“ oder „Hyruler Weisheiten und Taschenmonsterkunde“ nicht nur für eine gute Übersicht, sondern auch für das ein oder andere Schmunzeln.
„82. Rovio kam durch die damals grassierende Schweinegrippe auf die Idee, Schweine als Gegner in Angry Birds einzusetzen.“ (Unnützes Wissen für Gamer, S.27)

Björn Rohwer schrieb bereits mit 14 Jahre für das Nintendo-Fanmagazin „NMag“ und schnappte während seiner Recherchen die ersten verrückten Fakten auf. 2014 erschien nun sein Buch Unnützes Wissen für Gamer als Selbstpublikation. spielbar.de hat mit dem 21-jährigen Autor über seine Ideen, sein Buch und den langen Weg dorthin gesprochen:

spielbar: Hallo Björn. Stell dich doch kurz einmal vor. Was genau machst du momentan und woran arbeitest du?
Björn Rohwer: Aktuell bin ich Student an der Universität Hamburg und studiere dort systematische Musikwissenschaften. Neben dem Studium widme ich mich aber auch verschiedenen kreativen Projekten - zuletzt mit "Unnützes Wissen für Gamer" und "#WM2014 - Die Fußball-WM auf Twitter" zwei Buchveröffentlichungen.
„553. Die Augen von Pac-Man haben auf offiziellen Artworks die Form von Pac-Man.“ (Unnützes Wissen für Gamer, S.140)

spielbar: Du hast mit Anfang Zwanzig bereits dein eigenes Buch geschrieben und sogar in Eigenregie veröffentlicht, ohne Unterstützung eines größeren Verlages. Wie kamst du zu dieser Idee?
Björn Rohwer: So einen wirklichen Startpunkt oder Geistesblitz gab es nicht. Bereits mit 14 Jahren hatte ich angefangen für das Nintendo-Magazin NMag zu schreiben und bin dabei immer wieder über lustige Fakten gestolpert. Irgendwann kam mir dann die Idee, einmal gezielter zu suchen und so hat sich Schritt für Schritt die Idee entwickelt, ein Buch aus diesen gesammelten Fakten zu veröffentlichen. Dass ich das Projekt wirklich angefangen habe, liegt am Ende sicherlich auch an meinem Kreuzbandriss - so hatte ich entsprechend viel Zeit, die ich irgendwie füllen wollte.

spielbar: Kannst du uns etwas über den Entstehungsprozess erzählen? Woher hast du die Informationen? Wie lange hast du an „Unnützes Wissen für Gamer“ gearbeitet?
Björn Rohwer: Den Grundstein für das Buch legten viele Stunden Internetrecherche. Vor allen Dingen habe ich zahlreiche Interviews gewälzt - insbesondere die Iwata Asks-Reihe von Nintendo war dabei eine wirkliche Goldgrube für kuriose Geschichten. Als sich dann ein fast vierstelliger Stock an Fakten angesammelt hatte, durchlief der ganze Haufen mehrere Prüfdurchläufe, in denen ich nun jede Information doppelt und dreifach mit vertrauensvollen Quellen oder, bei den Easter Eggs, mit eigenen Spieldurchgängen bestätigt habe. In den letzten Monaten vor der Veröffentlichung hatte ich dann aber auch immer mehr Arbeit mit Bereichen wie Satz, Gestaltung, Cover oder Vermarktung. Gerade bei solch einem Projekt in Eigenregie und ohne Budget kostet vieles statt Geld schlichtweg die eigene Arbeitszeit. Insgesamt hat die Arbeit an dem Buch etwa ein Jahr benötigt - von der ersten gesammelten Idee bis zur Druckfreigabe.
„16. Lässt man in Super Mario Bros. 3 einen Kettenhund 49 Mal an seiner Kette reißen, kommt er frei.“ (Unnützes Wissen für Gamer, S.12)

spielbar: Gab es Momente, in denen du das Buch auf Eis legen wolltest? Woher hast du die Energien genommen, das Projekt durchzuziehen?
Björn Rohwer: Klar gab es solche Momente - ich glaube in jedem kreativen Projekt gibt es diese. In der heißen Phasen habe ich mich häufiger gefragt, ob die Arbeit überhaupt lohnt, aber am Ende habe ich doch durchgehalten. Auch wenn ich mir zwischendurch nicht sicher war - die Arbeit die ich bisher reingesteckt hatte, sollte ja nicht vergebens sein. Auf dem Wege habe ich es irgendwie immer wieder geschafft mich zu motivieren.

spielbar: Hast du weitere Bücher in Zukunft geplant? Falls ja, kannst du uns sagen, in welche Richtung diese gehen sollen? Ein „Unnützes Wissen für Gamer 2“ vielleicht?
Björn Rohwer: Ja, da gibt es schon ein paar Ideen, die ich im Hinterkopf habe - wirklich konkret ist aber keines dieser Projekte. Thematisch würde ich mich wahrscheinlich wieder im Bereich Spiele, Sport oder Medien bewegen. Übergeordnet würde es mich in Zukunft aber auch einmal reizen, mit einem Verlag zusammenzuarbeiten - vor allen Dingen aus der Neugier, an welchen Stellen sich diese Art der Veröffentlichung von meinem bisherigen Weg unterscheidet.
„221. Uri Geller hat im November 2000 Nintendo auf 100 Millionen Dollar verklagt, da er das Pokémon Kadabra für eine unauthorisierte Parodie auf ihn hielt. [...]“ (Unnützes Wissen für Gamer, S.59)

spielbar: Hast du Tipps für andere Jugendliche und junge Erwachsene, die ebenfalls mit dem Gedanken spielen, ihr eigenes Buchprojekt auf die Beine zu stellen?
Björn Rohwer: Fangt an, feilt an eurem Sprachstil und bleibt am Ball. Gerade mit den vielen Möglichkeiten des Internets kann heute eigentlich jeder ein Buch veröffentlichen. Um so schwieriger wird es dadurch zwar, die Aufmerksamkeit der Leser zu bekommen, wenn ihr euch Mühe gebt und gewissenhaft arbeitet, stehen aber auch da die Chancen nicht schlecht. Daher solltet ihr auch kritikfähig bleiben und euch professionelle Unterstützung für die Korrekturen und das Lektorat holen. Auch wenn man mit dem Selfpublishing vieles in die eigene Hand nehmen kann - hier muss man immer investieren, wenn man ein gutes Produkt auf den Markt bringen will.

spielbar: Vielen Dank für das Interview!

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Unnützes Wissen für Gamer muss man keineswegs von vorne nach hinten lesen. Die Fakten bauen nicht aufeinander auf und können unabhängig voneinander gelesen werden. Die erwähnten Games reichen von alten Spieleklassikern bis zu aktuellen Titeln und sprechen somit Spielende aller Altersklassen an – vor allem wenn sie auf der Suche nach einer leichten Lektüre für zwischendurch sind. Schade nur, dass Quellenangaben zu den Fakten fehlen, falls man diesen selbst auf den Grund gehen möchte. Fußnoten hat Autor Björn Rohwer bewusst weggelassen. Im Vorwort erklärt er, dass es sich bei dem Buch um keine wissenschaftliche Abhandlung handle, sondern man einfach unterhalten werden solle (Unnützes Wissen für Gamer, S. 8). Daher müssen wir entweder den Aussagen im Buch einfach vertrauen, eigene Recherchen anstellen oder den Autoren selbst nach der Quelle fragen.

Björn Rohwer [Hrsg.]: Unnützes Wissen für Gamer.
148 Seiten
Verlag: Selbstpublikation
Erscheinungsdatum: Mai 2014
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-1-4992-1563-2

Unnützes Wissen für Gamer kann über die offizielle Webseite zum Buch bestellt werden. In gedruckter Form beträgt der Preis ca. 7 Euro, als E-Book 3 Euro.

 
Sarah Pützer
Dieser Artikel wurde verfasst von:

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