gamescamp 2014 - Junge Experten unter sich

06.06.2014
Vom 30. Mai bis 1. Juni trafen sich redehungrige junge Gamer zum mittlerweile vierten gamescamp in Brandenburg. In einem barcamp-Format bestimmten sie selbst die Themen, boten eigenständig Sessions an, tauschten gegenseitig Erfahrungen aus und diskutierten rund um das Thema Games. Ein Rückblick.

Gute Story gleich gutes Spiel - oder etwa nicht? Was macht eigentlich ein Gamedesigner und wie werde ich zu einem? Kann man Geschichte mithilfe von Spielen lernen oder zumindest einen Anreiz mit Spielen schaffen, sich mit geschichtlichen Themen auseinander zu setzen? Was ist heutzutage eigentlich noch Indie? Und wie geht man mit ethisch und moralisch fragwürdigen Inhalten in Computerspielen um?
Fragen über Fragen. Es gibt Redebedarf unter den Gamern. Und den stillten 64 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 21 Jahren am vergangenen Wochenende auf dem gamescamp 2014 in Brandenburg. Das Motto lautete wie gehabt „Let there be games“.

Bild: die Teilnehmenden des gamescamps 2014 (© Jürgen Sleegers).
Wie für ein Barcamp üblich, gab es im Vorfeld zum gamescamp 2014 keine feste Agenda oder vordefinierte Themen. Die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestimmten das Programm vor Ort komplett selbst. Sie konnten eigene Projekte vorstellen oder Themen diskutieren, die ihnen am Herzen liegen. Sogenannte Joker, Experten aus der Gamesbranche, standen ihnen während der gesamten Zeit des gamescamps beratend zur Seite. Zu den Jokern 2014 zählten Matthias Löwe (Indie Games, Creative Gaming, Gamedesign), Gerrit Neundorf (Jugendschutz, USK, Kultur- und Medienpädagogik), Benjamin Rostalski (Stiftung Digitale Spielekultur, Computerspielpreis), Norbert Haacks (Gamedesigner, S4G School for Games Berlin, Gamedesign) und Jan Rösler (Gamedesigner).




Viele der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich schon im Vorfeld Gedanken gemacht und eigene Sessions vorbereitet. Doch auch spontane Ideen waren willkommen und wurden in der Sessionplanungberücksichtigt. Entsprechend breit gefächert war das Themenspektrum.

So gab es beispielsweise eine Session, die sich dem Storytelling in Computerspielen widmete. In einer anderen wurde der zunehmende Onlinezwang diskutiert und der Frage nach einem möglichen Ende von Koop-, Multiplayer - und Onlinespielen nachgegangen. Das Thema Medienkonvergenz erhielt ebenfalls eine eigene Session. Und auch ersten Themen kamen zur Sprache, wie zum Beispiel Ethik und Moral in Computerspielen. In der Session zu geschichtlichen Hintergründen in Computerspielen ging man sogar in ein Brainstorming für mögliche Einsätze im schulischen Kontext über. In der Session Horrorgames wurde wiederum viel aus eigenen Erfahrungen erzählt und über die eigenen Beweggründe, solche Spiele zu spielen, reflektiert. Und praktisch wurde es in der Street Games Session, die prompt nach draußen in die Sonne verlegt wurde.


Was macht ein gutes Spiel aus? Welche Storyelemente sind für ein gutes Spiel besonders wichtig? Diesen Fragen gingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des gamescamps 2014 in der Session „Storytelling“ nach.


Müssen Easter Eggs heutzutage überhaupt noch gefunden werden? Oder sind es nicht gar die Entwickler selbst, die deren Existenz und Fundort heimlich verbreiten? - Selbst vermeintlich einfache Themen wie „Easter Eggs“ boten ausreichend Diskussionsstoff.

Über 13 Sessions à 45 Minuten kamen so zustande. Wer eine Session aufgrund von Überschneidungen verpasste, für den gab es Live-Dokumentationen via Etherpads sowie im Anschluss an die Sessions kurze Zusammenfassungen in Form von Video-Statements. Alle Videos sind über den YouTube-Kanal gamescampinfo aufrufbar.

Das Spielen selbst durfte bei dem gamescamp natürlich auch nicht zu kurz kommen. Der Eröffnungsabend wurde mit der traditionellen LAN-Party eingeleitet. Am Samstagabend folgte dann die lange Nacht der Spielkultur mit unterschiedlichen Spielstationen und dem beliebten „Battle of Bands“ Wettbewerb. Die hartgesottenen unter den Gamern vertrieben sich die Zeit bis in die frühen Morgenstunden mit klassischen Pen-&-Paper-Rollenspielen.

Der Begeisterung der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zufolge steht einer Weiterführung des gamescamp 2015 nichts im Wege. Wir freuen uns schon jetzt darauf!

Weiterführende Links

Gamescamp 2013 – Der Reiz der Spiele

Gamescamp 2012 – Bildungsurlaub auf der Burg

Let there be Game – Gamescamp 2011

Weblinks

YouTube-Kanal zur Gamescamp 2014

Offizielle Webseite zum Gamescamp 2014

Barcamp als Methode für die Jugendarbeit

Über das Gamescamp

Das gamescamp wurde erstmals 2011 durchgeführt. Seitdem findet es jährlich statt. Veranstaltet wird das gamescamp von verschiedenen medienpädagogischen Institutionen und Initiativen, die sich mit dem Thema Gaming auseinandersetzen. In alphabetischer Reihenfolge sind das: Initiative Creative Gaming, Institut Spielraum/FH Köln, JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, Mediale Pfade – Agentur für Medienbildung, medien+bildung.com, Medienkulturzentrum Dresden, Medienzentrum Rheinland des LVR, Spawnpoint – Institut für Computerspiel, spielbar.de – die Plattform der bpb zum Thema Computerspiele, Spieleratgeber NRW. Das gamescamp wird von der Bundeszentrale für politische Bildung und jeweils lokalen Institutionen finanziert.
Anne Sauer
Dieser Artikel wurde verfasst von:

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