JIM-Studie 2013

Mädchen entdecken Handygames für sich

03.12.2013
Die kürzlich veröffentlichte JIM-Studie gibt einen Überblick über das Mediennutzungsverhalten deutscher Jugendlicher. Digitale Spiele machen dabei einen wichtigen Bestandteil des Alltags aus. Der Trend zu Online- und Mobile Games ist weiterhin ungebrochen. Handygames begeistern vermehrt Spielerinnen.

Wie gewohnt wirft die JIM-Studie auch 2013 einen Blick auf die Mediennutzung deutscher Jugendlicher zwischen 12 und 19 Jahren. Der jährliche Untersuchungsbericht erscheint seit 1998 mit unterschiedlichen Schwerpunkten und wird vom Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest veröffentlicht.

Jugendliche spielen immer mehr online und mobil









Übersicht zur Nutzungsfrequenz von Games. Quelle: www.mpfs.de

Mit durchschnittlich 179 Minuten Onlinezeit unter der Woche wurde 2013 ein neuer Rekord aufgestellt. Im Vorjahr waren es nur 131 Minuten. Grund dafür ist vor allem die stark steigende Anzahl von Smartphones unter den Jugendlichen. Die mobilen Geräte dienen immer mehr als Zugang zu Spielen, aber auch zu Messenger-Programmen wie What’s App oder zu Sozialen Netzwerken. Im Vergleich zu 2011 hat sich der Smartphonebesitz (aktuell 72%) fast verdreifacht. Offline-Spiele am Computer verlieren dagegen weiter an Bedeutung.

Die altbekannten Unterschiede?

Für jeden zweiten Jugendlichen (46%) waren Games 2013 ein wichtiger Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung und damit ihres Alltagslebens. Hier lohnt sich ein Blick auf die Details: Denn während ein Großteil der Jungen (70%) täglich oder mehrmals pro Woche an Computer oder Konsole spielt, kann sich nur jedes fünfte Mädchen so intensiv dafür begeistern. Auch der Anteil der Nichtspielerinnen ist mit 30% weiterhin bedeutend höher als bei den Jungen (4%).

Dieses Bild wandelt sich, wenn man den wachsenden Bereich der Handygames betrachtet. Hier sind die weiblichen Spielenden mit ihren männlichen (Mit-)Spielern fast gleichauf. Mädchen scheinen sich auf diesem neuen Spielemarkt wohlzufühlen. Insgesamt spielt bereits fast jedes zweite Mitglied der Gamer -Community (45%) täglich oder mehrmals pro Woche auf dem Mobiltelefon.

Mobile Spiele bedeuten Herausforderung für die Eltern

Der wachsende Markt der Mobile Games stellt Eltern vor große Herausforderungen. Mobile Spiele, wie sie für Android oder iOS erhältlich sind, unterliegen nicht der gesetzlichen Alterskennzeichnung durch die USK. Es fehlen entsprechende Orientierungshilfen. Hinzu kommt die Tatsache, dass es beim Spielen unterwegs nicht möglich ist, seinem Kind über die Schulter zu schauen. Umso wichtiger sind nachvollziehbare und ausgehandelte Regeln für Spielzeiten und ein reflektierter Umgang mit diesem sich schnell wandelnden Medium. Wenn über einen längeren Zeitraum alltägliche Pflichten oder Hausaufgaben wegen des Spielens liegenbleiben, sollten Eltern das ansprechen.

Über die JIM-Studie

Die JIM-Studie (Jugend, Information, (Multi-)Media ist eine als Langzeitstudie konzipierte Untersuchung zur Mediennutzung 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Jährlich wird sie vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest herausgegeben. Die Ergebnisse der aktuellen JIM-Studie beziehen sich auf eine repräsentative Stichprobe von rund 1.200 Jugendlichen, die 2013 telefonisch befragt wurden.
Schwerpunkte werden innerhalb der Studie unter anderem auf die Bereiche Musik, Bücher, Fernsehen, Radio und Handy gesetzt. Seit mehreren Jahren ist auch das Thema Computerspiele fester Bestandteil innerhalb der Studie.

Die komplette JIM-Studie kann auf der Seite des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest kostenlos herunter geladen werden.

Weblinks

Offizielle Seite des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest

Siehe auch

JIM-Studie 2012

Jugendliche spielen online & mobil

Im jährlichen Rhythmus gibt die JIM-Studie einen Überblick über die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren. Die aktuellen Zahlen bestätigen den Trend zu Onlinespielen und Mobile Games. Die wichtigsten Ergebnisse der JIM-Studie 2012 gibt's hier.

1 Kommentar

3/4 Artikel – Apps: Angesagte mobile Spiele | DOJ Medienbl schreibt:

[…] Dabei sind es nicht mehr mehrheitlich Jungs, sondern mittlerweile auch viele Mädchen, welche sehr gerne Computer- und Handyspiele spielen. Dies zeigt die neuste JIM-Studie, welche die Nutzung digitaler Medien von Kinder und Jugendlichen in Deutschland untersucht, deutlich. (www.spielbar.de/neu/2013/12/jim-studie-2013) […]

09.05.2014 um 10:07


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