USK-Jahresbilanz 2012

500 Spiele weniger getestet

19.04.2013
Der Trend zu mehr Online- und weniger Casual Games zeigt sich auch bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle. Die fehlende Plicht zur Kennzeichnung bei reinen Online-Angeboten lässt die Zahl der Prüfungen 2012 weiter sinken. Für Eltern gilt es daher umso mehr, sich ein eigenes Bild zu machen.


Die Veränderungen des Spielemarkts, die man schon in der Marktanalyse des Bundesverbands für interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) wie auch in der aktuellen JIM Studie finden konnte, schlagen sich auch in der alljährlichen Jahresbilanz der USK nieder. Der Trend zu Online-Distribution und mobilen Spielen lässt die Anzahl der Games, die auf einem Trägermedium erscheinen und damit auch die die vorgeschriebenen USK-Überprüfungen sinken: 2012 wurden der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle 2283 Games zur Prüfung vorgelegt – so wenige wie seit 2004 nicht mehr. Bereits seit 2009 sinkt die Zahl der Prüfverfahren stetig.

Bild: USK-Jahresbilanz 2012 - Verteilung der Alterskennzeichnungen


Zudem ebbt der Boom der Casual-Games weiter ab, was die Anzahl der Titel mit einer Altersfreigabe ab 0 Jahren weiter reduziert. Waren es 2010 noch fast die Hälfte (46,5%), wurden im letzten Jahr nur noch ein Drittel (34,6%) aller Spiele ohne Altersbeschränkung freigegeben. Als Resultat steigt der prozentuale Anteil der anderen Freigabestufen.

Die Verteilung der Spiele auf die einzelnen Genres hat sich dabei wenig verändert. Arcade- und Geschicklichkeitsspiele machen weiterhin über 20% der geprüften Titel aus, gefolgt von Denkspielen (11,7%). Shooter, Simulationen und Rollenspiele rangieren zwischen 4% und 6%. Lediglich Kinder-, Lifestyle- und Sportspiele (klassische Casual-Game-Genres) wurden im Vergleich zu 2011 deutlich seltener geprüft.

Da für reine Online-Spiele keine Kennzeichnungspflicht besteht, erschwert der wachsende Trend zur Online-Distribution die erste Orientierung für Eltern und Pädagogen. Zwar existiert mit der USK.online ein Kennzeichnungsservice für Online-Angebote, jedoch sind diese für die Herausgeber freiwillig. Besonders für Eltern bedeutet das, dass sie sich selbst ein Bild von den Spielen machen müssen. Die Richtlinien der USK-Alterskennzeichnung können ein erster Anhaltspunkt sein, um Spielinhalte einzuschätzen und mit den eigenen Kindern zu diskutieren.

Weiterführender Link

Praxiswissen Onlinespiele auf spielbar.de

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USK-Jahresbilanz 2012

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