Free2Play auf dem Vormarsch!

08.11.2012
Onlinespiele sind im Trend. Nach Farmville und Co folgen nun auch Fortsetzungen bekannter und erfolgreicher Spieleserien großer Entwickler. Dank Free2Play kann man FIFA oder Die Siedler kostenlos im Browser und ohne große Systemvoraussetzungen spielen – die Casual Gamer freut es.

Die Welt der Computerspiele verändert sich merklich. Das wurde auch auf der diesjährigen gamescomdeutlich. Anbieter von Browsergames, in der Vergangenheit auf großen Messen noch wenig zu sehen, waren präsenter. Allen voran die beiden Branchenriesen aus Deutschland, Gameforge und Bigpoint, die erstmals mit auffälligen Ständen vor Ort waren.






Die Siedler Online befindet sich gerade in der Beta-Testphase

Nun ziehen auch große, klassische Publisher wie Electronic Arts, Microsoft oder Ubisoft nach und setzen bereits erfolgreiche Spiele als Browsergames um. So sind beispielsweise FIFA Online, Need for Speed World oder Quake Live bereits online im Browser spielbar. Im Herbst soll Die Siedler Online folgen. Und auch Age of Empires Online ist bereits angekündigt – um nur einige Beispiele zu nennen.

Während die klassischen Konsolen und Spiele aus dem Handel mit hohen Anschaffungskosten verbunden sind, müssen Spielenden bei Browsergames im Durchschnitt nichts bezahlen. Allein die Anmeldung mit einem Account und möglicherweise auch der Download eines Clienten, ein Programm über das die Spielenden in das Spiel einsteigen, sind erforderlich. Dieser kostenlose Einstieg lockt potentielle Kunden an. Erst im späteren Spielverlauf locken die Browsergames häufig mit Premium-Angeboten, die über einen minimalen Betrag zu erwerben sind, Stichwort Micropayment. Zwar sind solche Premium-Angebote nicht zwingend notwendig, eröffnen den Gamern jedoch neue Spielmöglichkeiten beziehungsweise Vorteile gegenüber anderen Spielenden.

Doch gerade das könnte Hardcore-Gamer, die sich ihre Spielfortschritte stets selbst hart erarbeiten, den Spaß und auch den Reiz am Spiel nehmen. Hinzu kommt, dass die Grafik bei vielen Browsergames im direkten Vergleich zu ihren Konsolen-Versionen hinterher hängt. Auch hier könnten sich solche Spielenden übergangen fühlen.
Casual Gamern dagegen kommt der Trend zu kostenfreien Spielen ohne lästige Abo-Gebühren sehr entgegen. Wer kaum Zeit für intensives Computerspielen hat, kann so ohne große Systemvoraussetzungen oder hohe Anschaffungskosten in den Genuss bekannter Spieletitel kommen, was zuvor nicht möglich war.

Auf Seiten der Publisher rentiert sich ein Browsergame ebenfalls. Es hat sich bereits gezeigt, dass Spielende, sind sie erst einmal mit einem kostenlosen Spiel gelockt, durchaus der Versuchung erliegen zusätzliche Inhalte gegen ein Entgelt zu erwerben. Mit den Casual Gamern erschließen sie sich außerdem eine größere Zielgruppe.
Dass Top-Titel für Hardcore-Gamer nun zunehmend in den Hintergrund rücken, muss aber sicher nicht befürchtet werden. Viel mehr ist zu erwarten, dass beide Märkte koexistieren. Und wie heißt es so schön: Konkurrenz belebt das Geschäft.

Weiterführende Links

Rückblick gamescom 2010 – Viel Altbewährtes und ein wenig Neues

„Micro Transactions“ – Computerspiele in Häppchen bezahlen
Anne Sauer
Dieser Artikel wurde verfasst von:

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