Nintendo Switch

Eine Spielkonsole für die ganze Familie?

28.03.2017
Seit dem 3. März ist sie auf dem Markt: Die Nintendo Switch, beworben als Konsole für den Fernseher und für unterwegs. Richtig konfiguriert bietet eine Jugendschutz-App Eltern Sicherheit. Aber wie kommt die Konsole bei ihren Testern an?

Die neue Konsole: Mobil und stationär spielen


Für etwa 330 Euro erhält man die neue Tablet-Konsole Nintendo Switch. Neben dem Tablet gehören dazu eine Docking-Station zum Anschließen an den Fernseher, zwei sogenannten „Joycon“-Mini-Controllern mit Handschlaufen und ein Joycon-Grip. Dieser wird durch Einstecken der beiden Joycons zu einem großen Controller.

Idee der Switch ist, dass Spieler einfach und schnell vom festen in den mobilen Modus wechseln können – aus einer stationären Konsole wird eine tragbare und andersherum. Dazu holt man das Tablet aus seiner Docking-Station, steckt die kleinen Joycons rechts und links an das Tablet oder hält dieses in der Hand. Für etwa drei Stunden reicht der mobile Akku – praktisch für eine Auto- oder Zugfahrt, für das Spielen im Kinderzimmer oder im Garten.

Idee der Switch ist es, schnell vom stationären Modus der Konsole in den mobilen Modus wechseln zu können.


Nintendos Erfolge


Seit den 70er Jahren stellt das japanische Unternehmen Nintendo Konsolen her. Mit dem tragbaren GameBoy landete der Hersteller Ende der 80er einen großen Erfolg, später folgte Nintendo DS. Auf stationärer Seite gehören zu den bekannten Konsolen Nintendo 64, Game Cube und die Wii. Weitere Erfolgsgaranten des Hauses sind die Spielreihen Mario, The Legend of Zelda oder Pokémon.

Die Nintendo Switch baut auf diesen Erfolgen: Sie ist zugleich eine stationäre und mobile Konsole und hat mit dem Spiel Zelda: Breath of the Wild einen neuen Titel der erfolgreichen Reihe im Gepäck. Wer erstmal einen Blick auf die Hardware werfen möchte, kann der Redaktion des Spieleratgebers NRW in einem Video beim Auspacken zuschauen.

Lob und Kritik für die Switch


Die Nintendo Switch hat in Deutschland bisher einen guten Verkaufsstart hingelegt. Lob gibt es für das einfache „Switchen“ in den mobilen Modus, für das neue Spiel Zelda oder die ausgeprägten Jugendschutzmöglichkeiten. Kritik äußern viele am hohen Preis, an der kleinen Spielauswahl und an Teilen der Hardware: So überzeugt der im Preis enthaltene Joycon-Grip nicht durchgängig.

Ein Artikel auf Zeit.de bezeichnet die Konsole als „Spaßpaket mit Schönheitsfehlern“. Der Autor lobt den einfachen Wechsel zum mobilen Modus. Draußen spiegelt das Tablet allerdings, eignet sich also eher für drinnen. Ist der Akku einmal leer, muss das Tablet erstmal für zwei bis drei Stunden laden. Dafür halten die kleinen Joycons für mindestens 20 Stunden. Diese sind sehr klein und für Erwachsene besonders bei längeren Spielzeiten mitunter weniger geeignet.

Das erste Spiel: Zelda begeistert


Das neue Spiel aus der Zelda-Reihe kommt gut an. zeit.de schwärmt von der offenen Spielwelt, die zum Improvisieren einlädt. Auch der Spieleratgeber NRW bewertet das Spiel durchaus positiv. Aufgrund einiger gruseliger Szenen und schwieriger Aufgaben empfiehlt er Zelda ab 12 Jahren, was auch der USK-Kennzeichnung entspricht.

Das neue Spiel der Zelda-Reihe, The Legend of Zelda: Breath of the Wild, bekommt gute Kritiken.


Doch nach Zelda ist auch erstmal Schluss: Bisher ist es das einzige Nintendo-exklusive Switch-Spiel, das wirklich überzeugen kann. Einige ältere Spiele wie World of Goo oder Shovel Knight wurden im App-Store der Switch veröffentlicht. Bereits für die Vorgänger-Konsole Wii U erworbene Spiele sind nicht kompatibel. Die bisherigen Spiele nutzen das volle Potenzial der Switch noch nicht aus: Theoretisch können bis zu 10 Konsolen via Bluetooth verbunden werden, die Joycon-Controller können haptisches Feedback geben und besitzen Bewegungssensoren. Wie der Spieleratgeber NRW jedoch betont, könnte Nintendo mit Mario und Pokémon noch nachlegen und wird weitere Spiele veröffentlichen, die sich für die Familie und für Kinder eignen. Das Spiel Super Mario Odyssey ist z. B. für Ende 2017 angekündigt.

Ausgefeilter Jugendschutz für Kinder


Schau-hin und Spieleratgeber NRW beschäftigen sich besonders mit der Jugendschutz-App „Nintendo Switch Parental Control“. Mit ihr haben Eltern umfangreiche Kontrollmöglichkeiten: Nicht nur können sie sehen, was ihr Kind spielt, sie können auch einstellen, wie lange ihr Kind pro Tag spielen darf und die Konsole sogar abschalten. Ist die eingestellte Spielzeit erreicht, werden die Eltern über die App benachrichtigt: Sie können die Warnung ignorieren, ihrem Kind mehr Zeit geben oder im übertragenen Sinne „den Stecker ziehen“.

Eltern können ihren Kindern außerdem einen separaten, passwortgeschützten Account anlegen, der nur eingeschränkte Zugriffsmöglichkeiten besitzt, also z. B. nicht auf den von Nintendo „eShop“ genannten App-Store zurückgreifen kann. Spielzeit-Begrenzungen können jedoch nicht individuell für einzelnen Konten vergeben werden, wie Schau-hin erklärt. Wenn mehrere Kinder mit der Konsole spielen, werden die Spielzeiten also zusammengerechnet.

Restriktion ersetzt kein Gespräch


Sowohl Schau-hin als auch der Spieleratgeber raten davon ab, sich nur auf restriktive Maßnahme zu verlassen. Gerade bei älteren Kindern sollten Eltern das Gespräch mit ihrem Kind suchen und ihm die Möglichkeit geben, selbstverantwortlich sein Spielverhalten zu bestimmen. Auf dem Weg dahin kann ein wöchentliches Spielkontingent, das sich das Kind selbst einteilt, eine Lösung sein. Im anfangs erwähnten Video des Spieleratgebers NRW weist Sozialpädagoge Daniel Heinz außerdem darauf hin, dass Eltern das Recht auf Privatheit ihrer Kinder achten sollten.

Die Parental Control App erlaubt Eltern umfassende Kontrollmöglichkeiten der Spielzeiten der Kinder.


Eins wird deutlich: Die Nintendo Switch kauft man sich weder für ihre Spieleauswahl noch für ihren stationären Modus, da sie in der Hinsicht mit anderen Konsolen nicht mithalten kann. Ihr fehlen zusätzlich einige Online-Feature wie ein Netflix-Zugang und der Speicher ist sehr klein.

Das Neue, das sie mitbringt, ist der Wechsel in den mobilen Modus, der reibungslos funktioniert. Das neue Spiel der Zelda-Reihe kommt äußerst gut an und lässt darauf hoffen, dass auch die folgenden Titel aus den Nintendo-Reihen überzeugen. Besonders an der Switch ist außerdem die umfassende Jugendschutz-App für Eltern, die Kontrolle über Spieldauer, Spielauswahl und mögliche Kommunikation erlaubt. Eltern können so auch jüngere Kinder mal unbeaufsichtigt spielen lassen. Ein Ersatz für das Gespräch sollte sie aber nicht sein: Besonders ältere Kinder sollten die Möglichkeit haben, selbstverantwortlich ihre Spieleverhalten zu bestimmen.
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Dieser Artikel wurde verfasst von:
Cornelia Jonas

Bildnachweis

[1]Nintendo[2]igdb.com, Presskit The Legend of Zelda: Breath of the Wild[3]Nintendo

Siehe auch

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Independent Games - ein Geheimtipp? Schon lange nicht mehr! Die ausgefallenen Spielideen gewinnen ein immer breiteres Publikum für sich und sind kommerziell erfolgreich. Jüngstes Beispiel: „World of Goo“. Die kleinen Klebebälle machen richtig viel Spaß und regen nebenbei noch die grauen Zellen an.

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