Ergebnisse der KIM-Studie 2016

Viel Konstanz beim Thema Spielen

07.03.2017
Smartphones und Tablets sind zwar im Medienalltag 6- bis 13-jähriger Kinder in Deutschland angekommen, müssen sich beim Thema Spielen aber hinten anstellen. Denn Computer-, Konsolen- und Internetspiele sind beliebter als Handyspiele. Ein Blick auf das Spieleverhalten von Kindern anhand der KIM-Studie 2016.

Kindheit, Internet und Medien: Das sind die drei grundlegenden Themen der KIM-Studie des medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. In regelmäßigem Abstand befragt die Studie Kinder zwischen sechs und 13 Jahren sowie deren Haupterzieher zu ihrer Mediennutzung.

Die zwischen dem 13. Mai und 16. Juni 2016 erhobenen Daten zeigen: Erstmalig besitzen mehr Kinder ein eigenes Handy/Smartphone als einen eigenen CD-Player. Auch Tablet-PCs werden immer häufiger benutzt: 21 Prozent der Kinder nutzen sie regelmäßig, im Jahr 2014 tat das nur jedes zehnte Kind. So nutzen Kinder das Internet auch vermehrt über Smartphones oder Tablet-PCs, wobei jedoch nur die wenigsten Kinder eigene Tablets besitzen.

Vielfältiges Spielen


Spielen ist eine wichtige Freizeitbeschäftigung für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren: Ein Großteil der Kinder spielt regelmäßig drinnen und draußen, außerdem spielen drei von fünf Kindern regelmäßig in ihrer Freizeit mit dem Handy, dem Computer oder der Konsole.
Fernsehen, Freunde treffen und Hausaufgaben sind die häufigsten Freizeitaktivitäten von Kindern.

Während gut die Hälfte der befragten Mädchen regelmäßig spielt, ist der Anteil bei den Jungen mit 68 Prozent etwas höher. Größer wird der Unterschied bei einem Blick auf die Kinder, die jeden oder fast jeden Tag spielen: Hier ist der Anteil der Jungen fast doppelt so groß (29 Prozent) wie derjenige der Mädchen (16 Prozent).

Konsole und Computer beliebter als Handy


Obwohl das Handyspiel Pokémon GO im letzten Jahr einen Erfolg landete, zeigt die KIM-Studie, dass Computer-, Konsolen und Internetspiele bei Kindern immer noch stärker im Alltag verankert sind als Handy- und Tabletspiele. 60 Prozent der Befragten spielen mindestens einmal pro Woche auf dem PC, der Konsole oder im Netz. Handy- und Smartphonespiele nutzen hingegen nur 34 Prozent mindestens wöchentlich.
Mit steigendem Alter spielen Kinder häufiger Handy- und Smartphonespiele.


Beliebte Spiele bieten wenige Überraschungen


Am Ranking der beliebtesten Spiele hat sich im Vergleich zu den Jahren davor wenig geändert: „FIFA“, „Die Sims“, „Minecraft“, „Super Mario“ oder „Mario Kart“ werden am meisten genannt, wobei „FIFA“ besonders bei Jungen, „Die Sims“ dagegen besonders bei Mädchen beliebt ist. Handyspiele haben insgesamt an Relevanz gewonnen, hier sind die Titel „Candy Crush“, „Angry Birds“, „Bubbles“, „Snake“ oder „Farm Heroes Saga“ besonders gefragt.

Kinder spielen am Handy… eher allein


Die meisten Kinder spielen Computer-, Konsolen- und Online-Spiele eher alleine oder mit Freunden, nur 8 Prozent spielen eher mit den Eltern. Der Multiplayer-Modus wird für Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren dementsprechend erst mit steigendem Alter relevant. Bei Handyspielen ist es sogar noch wahrscheinlicher, dass Kinder sie alleine spielen: 42 Prozent spielen eher allein und nur sehr wenige geben an, Handyspiele zusammen mit Freunden oder Eltern zu spielen.
Fernsehen und Handyspiele nutzen Kinder eher alleine, Konsolenspiele auch mit Freunden.


Einige Kinder umgehen die Altersfreigabe


Spiele werden von der USK ab einem bestimmten Alter freigegeben. 38 Prozent der befragten Kinder spielen manchmal Spiele, für die sie eigentlich noch zu jung sind. Die wenigsten kaufen sich diese Spiele aber selbst (19 Prozent), sondern tauschen sie eher im Freundeskreis (44 Prozent) oder bekommen sie von ihren Eltern oder Freunden geschenkt. Bezugsquellen für solche Spiele sind also nicht nur Gleichaltrige, sondern häufig die Eltern.
KIM-Studie 2016: Woher hast du die Spiele, für die du eigentlich zu jung bist?
Einige Kinder bekommen Zugang zu Spielen für Ältere über ihre Eltern und Freunde.


USK-Kennzeichnung wird teilweise missverstanden


Wie die KIM-Studie schon in den letzten Jahren zeigte, wird die USK-Kennzeichnung von einigen Eltern missverstanden: 49 Prozent sind der Meinung, dass die Kennzeichnung wie eine pädagogische Empfehlung zu verstehen ist. Allerdings beziehen sich die Alterskennzeichen nur auf die Regelungen des gesetzlichen Jugendschutzes, nicht aber auf die Schwierigkeit eines Spiels oder auf seine pädagogische Eignung. Umfassende Informationen gibt es dazu im online abrufbaren Elternratgeber Computerspiele.

Über die KIM-Studie


Die Studienreihe KIM wird vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) seit 1999 durchgeführt. Die repräsentative Studie bildet das Medienverhalten der Sechs- bis 13-Jährigen in Deutschland ab. Für die KIM-Studie 2016 wurden rund 1.200 Kinder und deren Haupterzieher im Sommer 2016 zu ihrem Mediennutzungsverhalten befragt. Erstmalig wurden auch Kindergarten-Kinder erfasst.

Die komplette KIM-Studie kann auf der Seite des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest kostenlos herunter geladen werden.
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Dieser Artikel wurde verfasst von:
Cornelia Jonas

Bildnachweis

[1]Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest[2]Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest[3]Medienpädagogischer Forschungsverband Südwest

Siehe auch

JIM-Studie 2016 zum Mediennutzungsverhalten 12- bis 19-Jähriger
JIM-Studie 2016

Mobile Games beliebteste Spielform

Die jährlich erscheinende JIM-Studie trifft Aussagen zum Mediennutzungsverhalten der 12- bis 19-Jährigen. Die aktuellen Zahlen bieten wenig Überraschungen: Digitale Spiele, vor allem Mobile Games, sind weiterhin fest im Alltag der Kinder und Jugendlichen verankert.