Cosplay – Die Kunst der Verkleidung

15.02.2017
Cosplay ist Kunst. Es benötigt als zeitaufwendiges Hobby viel Kreativität und Geschick. Denn die meisten Cosplayer basteln ihre Kostüme selbst und das kann eine echte Herausforderung sein. Viele Dinge müssen dabei beachtet werden.

Cosplay ist in Deutschland eher wenig bekannt. Eine Szene mit Fans hat sich aber längst etabliert. Für diese werden jährlich Veranstaltungen angeboten, bei denen sich die Verkleidungskünstler untereinander treffen oder in großen Wettbewerben gegeneinander antreten. Auch beim zweitägigen Festival DreamHack Leipzig fand kürzlich so ein Wettkampf statt. Ein Cosplayer nach dem anderen betrat die Bühne und präsentierte sein oder ihr Kostüm. Die meisten waren selbst gebastelt. Bewertet wurden die Auftritte auf dem Dreamhack Leipzig 2017 von der Jury, zu der auch die Cosplayerin und Modedesignerin Zwillingsnadel gehört. Im vergangenen Dezember präsentierte sie auf Facebook ein Kostüm im Vergleich zum Original, gezeichnet von Cowslip's GijinkaDex ( Fotografie von WidowFX Photography).
Cosplayerin und Modedesignerin Zwillingsnadel präsentiert ein Kostüm, das einer Zeichnung von Cowslip's GijinkaDex nachempfunden wurde. ( Fotografie von WidowFX Photography)
Ziel von Cosplay ist es, eine Figur bestmöglich nachzuahmen. Je detailgetreuer und realistischer die Verkleidung aussieht, desto besser ist ihre Wirkung. Ein nachgemachtes Schwert sollte zum Beispiel möglichst metallisch aussehen. Nicht nur von vorne, sondern auch von der Seite und von hinten muss die Verkleidung eine perfekte Kopie des Originals sein. Das erfordert viel Planung und Vorstellungskraft, denn es gibt keine Bedienungsanleitungen.

Tipps können aber in diversen Foren gefunden werden. Die Cosplayer finden dort unter anderem Vorschläge für verschiedene Stoffe und Materialien, die sie dann in aufwändiger Handarbeit miteinander kombinieren. Mit der Nähmaschine werden verschiedene Stoffe zu einem Kleidungsstück zusammengefügt. Ergänzungen wie Armreife, Helme oder Schwerter werden beispielsweise aus Holz und Pappe gebastelt oder mithilfe von Worbla, einem speziellen Material, das sich unter Einfluss von Hitze verformen lässt. Das erfordert die geschickte Anwendung verschiedener Techniken, vom Malen, Formen bis zum Löten. Für ihre Arbeit brauchen sie manchmal mehrere Wochen oder sogar Monate, sagte die Cosplayerin Kaito im Interview mit spielbar.de. Damit ist Cosplay ein kosten- und zeitaufwendiges Hobby, wie auch das nachfolgende Video deutlich macht.



Wichtig ist, dass die Verkleidung leicht bleibt und sich nicht zu sehr aufheizt. Denn Cosplayer tragen sie auf Events oft mehrere Stunden, auch im Sommer. Die Wettkämpfe und weitere Events bieten am Ende die Möglichkeit, das Ergebnis eines langen, kreativen, künstlerischen Prozesses stolz anderen zu präsentieren. Auch das Verhalten der Figur wird dabei nachgemacht. Gerade in Deutschland ist es nicht ungewöhnlich, wenn Cosplayer ganze Monologe ihrer Figuren aus Videospielen zitieren können oder den Soundtrack ihrer Charaktere singen. Damit ist Cosplay nicht nur ein künstlerisch schaffender Prozess, sondern verlangt auch schauspielerische Leistung ab.


David Koch
Dieser Artikel wurde verfasst von:

Bildnachweis

[1]Bild von Zwillingsnadel und CowslipsGijinka, fotografiert von WidowFX Photography[2]Bild von Zwillingsnadel und CowslipsGijinka, fotografiert von WidowFX Photography

Siehe auch

Titelbild_Veranstaltungstipps_für_das_1.Halbjahr_2017_Gamesfest
Games & Medienpädagogik

Veranstaltungen im 1.Halbjahr 2017

Wer am Austausch über Gaming teilhaben möchte, muss nicht auf die gamescom warten. Denn schon das erste Halbjahr 2017 bietet viele Highlights. Neben E-Sport-Turnieren und Rollenspielemessen gibt es viele Vorträge und Diskussionen für Entwickler/innen, Eltern, pädagogisch Tätige und andere Interessierte.

Schreib einen Kommentar

* Pflichtangaben