Pokémon GO - Hypes kommen und gehen

23.12.2016
Pokémon GO prägte wie kein anderes Spiel das letzte Jahr. Auch zahlreiche Kinder beteiligten sich an der Pokémonjagd – und das zur Sorge ihrer Eltern. Auch wenn das Interesse an Pokémon GO inzwischen stark nachgelassen hat, bleibt die Frage: Wie geht man aus pädagogischer Sicht mit einem solchen Phänomen um?

Blickt man auf das Spielejahr 2016 zurück, sorgte vor allem ein Spiel für Furore: Die Augmented-Reality-App Pokémon GO. Zahlreiche Spielende beteiligten sich an der Monsterjagd, Menschen versammelten sich an beliebten Poké-Stops und auch in den Medien war das Spiel mehrere Wochen dauerpräsent. Innerhalb kürzester Zeit entstand eine besondere, generationsübergreifende Begeisterung für das Spiel – ein Hype.

Spielende bewegen sich in der realen Welt und treffen dort auf Pokemon, die sie fangen können.

Pokémon GO ist kein Einzelfall

Kurzlebige Hypes in dieser Art werden wir mit Sicherheit noch häufiger erleben. Smartphones haben sich als Spieleplattform in weiten Teilen der Bevölkerung durchgesetzt, in der Gruppe der 12- bis 19-Jährigen sind Handyspiele sogar inzwischen die am weitesten verbreitete digitale Spielform. Viele Mobile Games, wie beispielsweise auch Pokémon GO, werden kostenlos angeboten. Die Hürde, sich ein solches Spiel anzuschaffen, ist daher gering. Zudem machen neue technische Entwicklungen, wie in diesem Fall Augmented Reality, neugierig.

Kühlen Kopf bewahren

Mit solchen Hypes wir das Medium Computerspiel neu diskutiert. Im Falle von Pokémon vor allem in Hinblick auf exzessive Spielphasen. Stimmen wurden laut, Spielende seien durch Pokémon GO zu sehr abgelenkt und würden ihre Umwelt nicht mehr genügend wahrnehmen. Hier gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren und sich selbst aus verschiedenen Quellen über das entsprechende Spiel zu informieren. Denn sind Kinder für mögliche Risiken genügend sensibilisiert, bieten Apps wie Pokémon GO auch Potentiale. Eltern können beispielsweise gemeinsam mit ihren Kindern auf Pokémon-Jagd gehen und einen Einblick in ihre Alltagswelt gewinnen.

Hypes als Phasen wahrnehmen

Inzwischen ist Pokémon GO aus den Medien größtenteils verschwunden, das Interesse an der App abgeflaut. Bei den meisten Hypes handelt es sich um Phasen, die irgendwann zu Ende gehen. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Interesse von Kindern an neuen Games. Viele neue und aufregende Spiele sind zunächst fesselnd, nach einer ersten intensiven Spielphase verschieben sich die Prioritäten in der Regel jedoch wieder. Grund zur Sorge gibt es erst, wenn andere soziale, häusliche oder schulische Pflichten über einen längeren Zeitraum vernachlässigt werden.

Wer sachlich bleibt, sich unabhängig informiert und den Dialog mit den eigenen Kindern sucht, ist für den nächsten Hype gewappnet. Und eins ist sicher: Dieser kommt bestimmt, vielleicht auch schon 2017. Beispielsweise ist mit Maguss bereits ein Augmented-Reality-Spiel in Planung, das angelehnt ans Harry-Potter-Universum in eine magische Welt führen soll.
Sarah Pützer
Dieser Artikel wurde verfasst von:

Bildnachweis

[1]Screenshot aus Launchtrailer für Pokémon GO, Niantic Labs[2]Screenshot in Pokémon GO

Siehe auch

Pokemon GO Logo
Spielebeurteilung

Pokémon GO

Mit Pokémon GO werden Träume wahr: Ab sofort können sich Spielende in der realen Welt auf die Jagd nach Pokémon begeben und zum besten Trainer aller Zeiten werden. Toller Zeitvertreib für Pokémon Fans aller Altersklassen. Doch Vorsicht im Straßenverkehr und vor zusätzlichen Kosten.

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